Wednesday, March 29, 2006

47. Tag: Trail-Hiking in Lyons (mit Lions)

Hiking in Lyons

Heute wurde es uns zu bunt und wir sind einfach mal mit dem Wagen ein paar Orte weiter gefahren und haben uns einen Trail in Lyons angeschaut. Auch in Lyons gibt es alberne amerikanische Schlitten, in diesem Fall einen Hippie-Community-Bus.

GRRRR!Auf dem Trail wurde vor wilden Berglöwen gewarnt (siehe Bild oben), aber wir sind ja seit unserer Game-Night bei Emily gewappnet. Dort haben wir nämlich in einem Brettspiel mit dem Namen „Survivors“ gelernt, dass man einen wilden Löwen austricksen kann, indem man einfach eine Gesichtsmaske auf dem Hinterkopf trägt. Der Löwe wird instinktiv stets versuchen, dich von hinten anzugreifen. Dank Gesichtsmaske hast du nun kein „hinten“ mehr und das Viech zieht irgendwann entnervt ab.

Ich frage mich bloß, wo man in Gottes Namen in der Pampa eine Gesichtsmaske auftreiben soll. Das ist so ähnlich wie in diesem Witz – ebenfalls mit einem Löwen:

In der Wüste bin ich einem Löwen begegnet. – Und, was hast du dann gemacht? - Ich bin gleich in die nächste Telefonzelle und hab die Tür zugemacht. – Aber in der Wüste gibt es doch gar keine Telefonzellen! – In dem Moment war mir das alles völlig egal! (OK- im Witze-Erzählen hab ich absolut gar kein Talent, aber mit dem Aufschreiben wird es auch nicht gerade besser…)

Kurzum hat sich trotz fehlender Gesichtsmaske kein Berglöwe in unsere Nähe gewagt und somit konnten wir uns zu einem kleinen Picknick niederlassen und das atemberaubende Bergpanorama genießen.

Rundumblick beim Picknick (reim, reim...)

45. Tag: Beim Italiener mit John


Am Mittwoch Abend haben wir uns mit John, seiner Frau Pamela und Amanda, einer Freundin von beiden, beim Italiener getroffen. John hat einen klasse Humor und hat ohne Ende Witze gerissen. Wir haben viel gelacht. Wir besuchen sie dann im April in Utah. Wie es jetzt aussieht, werden uns Emily und Ryan und Ballard dabei begleiten. Da wird dann wohl endlich kein Schnee mehr rumliegen, wie am Morgen.

Monday, March 27, 2006

40.- 42. Tag: Vortrag und Sesshin mit Claude An Shin Thomas @ Naropa

Vortrag am Freitag

Unter dem Motto „Mut zur Veränderung. Zen und Friedensaktivismus“ fand am Freitag Abend an der buddhistischen Naropa-Universität ein Vortrag mit dem Zen-Meister Claude An Shin Thomas statt. Claude An Shin Thomas ist ein ehemaliger Zen-Veteran, der etliche Menschen auf dem Gewissen hat. Als er aus dem Krieg zurückkam war er ein psychisches Wrack, gewalttätig und drogenabhängig. Ein Therapeut gab ihm den Tip, doch mal zu diesem buddhistischen Retreat für Veteranen zu fahren. Da er sich geschworen hatte alles zu versuchen um wieder klar zu kommen, rang er sich dazu durch sich dort hin auf den Weg zu machen.

Als er den Raum betrat und realisierte, dass ihm ein Vietnamese gegenüber saß brach er nach eigenen Angaben in Tränen aus. Er hatte die Vietnamesen immer nur als den „Feind“ gesehen. Der Retreat wurde abgehalten von dem Zen Meister Thich Nhat Hanh. Von da an begann er den Buddhismus zu praktizieren und nahm schließlich seine Mönchsgelübde bei einem Retreat im KZ Auschwitz. Seitdem lebt er ohne feste Bleibe und ist auf Wanderschaft, hält Vorträge und hat eine Stiftung für Friedensaktivismus (www.zaltho.de) eingerichtet.

Begleitet wird er von „Ken Shin“ Wiebke, die aus Deutschland stammt. Sie ist quasi seine Assistentin und organisiert die Sesshins, die Vorträge und kümmert sich um die Stiftung. Auch sie führt ein Leben ohne feste Bleibe. Gemeinsam bitten sie regelmäßig um Unterkunft und Nahrung – ein ziemlich existenzieller Lebensstil, der einem vor Augen führt, was wirklich wichtig ist.

Eindrücke vom Sesshin

Claude An Shin Thomas ist ein beeindruckender Lehrer: äußerst entschlossen, klar, direkt und scharfsinnig. Er führt einem die eigene Verantwortung radikal vor Augen und zieht einem alle falschen Konzepte unter den Füßen weg. Zudem ist er ziemlich humorvoll und schlicht. Er stößt einen auf die Tatsache, dass Frieden im eigenen Geist anfängt und dass so viele gutgemeinte, idealistische Bestrebungen und Aktionen, die im Namen von des Friedens vollführt werden, im Grunde nur den Krieg unterstützen – den Unfrieden, dessen Wurzeln in unseren eigenen geistigen Tendenzen des Haben-wollens, des Ablehnens und der Ignoranz liegen.

O-Ton: „George Bush ist nicht das Problem.“ Die Frage ist, welches Verhältnis wir zur Gewalt einnehmen, die uns begegnet. Schlagen wir gleich zurück, oder gelingt es uns durchzuatmen und unsere konditionierten Reaktionen mit mitfühlenden Interesse zu betrachten?

„Sag mir nicht wogegen du bist, sondern wofür du bist.“ Haß und Ablehnung sind leicht zu artikulieren, doch ein alternatives Modell aufzustellen erfordert Intelligenz. Es ist egal, was die anderen tun. Die Frage ist, wie du darauf antwortest - anstatt bloß zu reagieren.


Wir haben Sitzmeditation, Essmeditation, Arbeitsmeditation und Zuhör-Meditation praktiziert. Zum Essen hat jeder Teilnehmer einen Topf mit vegetarischen Speisen mitgebracht, die dann miteinander geteilt wurden. Die Achtsamkeitsübung beim Essen bestand darin, jeden Bissen 50 mal durchzukauen. Könnt ihr ja mal zu Hause probieren – die Gier ist stärker, wetten?

Noch ein Kuriosum: neben dem Altar war ein leeres Sitzkissen aufgebaut. Darauf angesprochen, welche Bewandtnis das denn habe, sagte An Shin: „ Das ist für den Lehrer“.

Wer Claude An Shin Thomas live erleben will, der kann im Juli (vom 27.07. bis zum 30.07.2006) zum Retreat mit ihm kommen, das wir im Zen-Kreis Bremen organisieren werden.

38. Tag: Unser neues Auto



















Wow – nettes Fahrgestell!

Was für ein Gerät (, das sich da gerade auf der Motorhaube räkelt…)!

;-)

Das ist nun endlich unser neuer Wagen: ein Dodge „Neon“ mit einem sexy Riss in der Windschutzscheibe und der hier üblichen Automatik-Gangschaltung.

Den haben wir zusammen mit unserer Wohnung hier gemietet.

Geht gut ab das Teil…

Thursday, March 23, 2006

37. Tag: with John @ Pekoe’s

mit John bei Pekoe

Zwei Tage nach dem I-WISE Seminar tauchte auf einmal ein Teilnehmer im Office auf. Er hatte von einem anderen Teilnehmer erfahren, dass das I-I Office gleich um die Ecke ist und da wollte er sich spontan die smarten jungen Leute mal anschauen.
So ziemlich die einzigen, die er wieder erkannte waren Steffi und ich. Weil ohnehin gerade Mitarbeiterbesprechung war, gingen wir rüber zu Pekoes und luden ihn auf einen Tee ein.

Es stellte sich heraus, das John (Dupuy) vor zwanzig Jahren mal eine Zeit in Deutschland gelebt hat. Wir kamen nett ins Gespräch. John macht Wilderness-Therapy in Utah, d.h. er arbeitet mit Suchtpatienten und Jugendlichen und verbringt Zeit mit ihnen in der Wildnis. http://www.stillmountainwilderness.com/


Zudem experimentierte er mit Holosync, einer Methode, um dem Gehirn veränderte Hirnwellenmuster zu induzieren. Dabei werden über simple Stereokopfhörer verschiedene Töne präsentiert, wobei die eine Seite immer leicht zeitverzögert präsentiert wird. Das Gehirn versucht dann die Unterschiede „rauszurechnen“ und kommt dadurch in vertiefte Hirnwellenmuster. Zudem synchronisieren sich die Gehirnhälften, wie es aus Zuständen großen Entspannung und erhöhter Kreativität bekannt ist.




Er hat uns eine CD davon mitgegeben und Steffi und ich testen das jetzt mal aus – bis uns die Birne durchbrennt…






Ach ja, John macht außerdem noch Musik. Hier eine Kostprobe:
John Dupuy - Go Down The River

I-WISE: Sonntag

Am Sonntag ging es um die acht ökologischen Selbste, „the Eight Eco-Selves“:

Eco-Sage, unity ethos, Becomes Nature
Eco-Integralist, inclusive ethos, Perceives Nature
Eco-Holist, holistic ethos, Unites Nature
Eco-Radical, equality ethos, Saves Nature
Eco-Strategist, rational ethos, Uses Nature
Eco-Manager, stewardship ethos, Manages Nature
Eco-Warrior, heroic ethos, Conquers Nature
Eco-Guardian, romantic ethos, Respects Nature

Jedes dieser Öko-Selbste sieht die Natur aus seiner Perspektive mit seinen bestimmten Werten und muß in einem integralen Ansatz mit berücksichtigt werden.

Sehr schön fand ich auch das Integral Ecology Mantra:

Integrales Öko-Mantra

Eindrücke vom Sonntag:



Bild 1: Ollie an der Kamera; Sean Hargens; Steffi mit Mikro; Teilnehmer im Gespräch; Mittags beim Inder; Arbeitsgruppenphase; Clint am PC; Jason; Teilnehmer aller Altersklassen; Barret macht einen Zaubertrick, um die Aufmerksamkeit des Publikums wach zu halten; Steffi, Barrett, Dennis

Abends haben wir uns dann noch mit einigen Teilnehmern beim Äthiopier zum Essen getroffen.

beim Äthiopier

I-WISE: Samstag

I-WISE Samstag 1

Am zweiten Tag des Seminars ging es am Morgen los mit einer „Big Mind – Gaia Heart“-Medi, geführt von Sean Hargens.

Danach ging es zunächst um verschiedene Ansätze der Ökologie, die Sean sich alle angeschaut hat, um sie in einer integralen Ökologie zu berücksichtigen. Er fand über hundert (!) verschiedene theoretische Zugänge zu diesem Thema, die freilich nicht alle miteinander übereinstimmen. Diese über
hundert Ansätze hat er noch mal in 25 Klassen zusammengefasst:•
Scientific, Evolutionary, Religious, Historical, Somatic, Cultural, Philosophical, Aesthetic, Acoustic, Medical, Economic… um nur einige Klassen zu nennen.
Dann ging es noch um die sogenannten “Four Terrains” ein Begriff den Sean benutzt, weil er im Gegensatz zu den ‚Vier Quadraten’ “a more earthy feel to it“ hat. Diese sind: Terrain of – Experiences, Behaviors, Systems, Cultures. Im Grunde nix Neues. Die hat er dann am Beispiel eines Teichs durchdekliniert.

Hier weitere Auszüge aus Seans brillanten Powerpoint Folien:

Eins mit der Natur?

Was heißt eigentlich Einssein mit der Natur? Heißt es mit überkreuzten Beinen mitten in einem Fluß zu sitzen und zu meditieren? Das Web of Life verstehen? Naturgeister sehen? Nur Gemüse essen (und ein wenig Schokolade)? Hmmm. Gute Frage. Kommt darauf an.


Mit Hilfe eines Kalküls kommt die mystische Mathematikerin zu folgender Differenzierung:

@%# Mystical Math #%@
5 Levels x 4 States
=
20 distinct “One with Nature” experiences


So the next time someone says:
“I was one with Gaia!”
Be sure to ask them:
“Was that with Gross, Subtle, Causal, or Nondual Gaia?”
And:
“What structure did you interpret that from?”

RUN!



And if they respond like this…

RUN!




Soviel zur Theorie für’s erste. Unsere Aufgabe bestand am Samstag vor allem darin, die beiden tragbaren Mikros zu ihren Einsatzorten zu bewegen. Zudem gab es viel Arbeit in Kleingruppen, wie auf den Bildern zu sehen ist.

Zum Abschluss des Tages überraschte uns Barrett noch mit einer kleinen Flötenspiel- Einlage.

I-WISE Samstag 2

Tuesday, March 21, 2006

DVD-Cover veröffentlicht

DVD: Stuart Davis - Between the Music

hier die Vorlage, die ich dafür gemalt habe:

Cover-Vorlage

Aus dem neuesten Stuart Davis Newsletter:

New DVD, New CD, New Book
--> So much to tell... Jack Ass Meets Mysticism...

The new two-volume Stuart Davis DVD *Between The Music* will be available at shows as of March 25th. You can pick up the first copies at the release shows in Chicago and Ames. Both volumes will be availablefor purchase on www.stuartdavis.com as of April 1st (also the launch date of the new Stu web site). The combo features over three hours of Stu on the tour all over the U.S. and Europe. Think "Jack Ass" witha a mystical twist. Lots of nudity, lots of vulgar fulgor as Stu takes us from Hollywood to Holland exploring politics, spirituality, marriage, humor, and of course, Rock 'N Roll. While there is plenty of music on these DVDs, the lion's share of footage is more like a reality tv show. Does Stu make love to Flavor Flav on screen? Is he the reason Nick and Jessica split up? Does he convert Anna Nicole to Zen? Find out for yourself, make plans to buy the new two-volume DVD, Between The Music. It totally rocks.

Some People Like Music...

As if that weren't enough, the new Stuart Davis studio album *Good Weird* will be released this spring as well. Looks like mid-April as of this writing. An absolutely stunning album, so innovative and brave, major labels were too scared to sign it. They said "Can you take off that song 'Rape Game'?" and we said 'No, we can't'. They said, "Does that song have to be called Murder-Suicide?" We said "Yes, it does." And
so friends, this album is coming out just as God intended -unaltered, potent as hell, full of the contradiction and tension that has made Stuart one of the most critically acclaimed songwriters in America today. He's never pulled punches before, and this is no time to start.

We didn't even know he could read...

The new DVD, the new album, and now a new BOOK? It's true. Stuart is finishing up his first tome Sex, God, Rock 'N Roll for Shambhala Books, the single greatest publisher in the World. Half the books Stuart has read were published by Shambhala, and now Ken Wilber (Stu's editor on this book!) and Shambhala are ushering Stuart into an entirely new medium. Stu has loved writing a book so much, he's already making plans for another.

Of course, he blogs all the time. Read the blog. And he's back on tour, playing new songs, wearing new clothes, with a new attitude that says I love you, let's get inter-subjective with our We-mojo. Seriously. He wants to hug you. Get some friends, hit some shows.

Monday, March 20, 2006

33.- 35. Tag: I-WISE (integral weekend intensive on sustainability and ecology)

I-WISE: Freitag

Dank Annie, die sich dafür eingesetzt hat, dass wir mitmachen konnten, waren wir nun als Volunteers bei unserem ersten richtigen Seminar dabei. Es ging dabei um die Anwendung des integralen Ansatzes auf das Feld der Ökologie und der Nachhaltigkeit. Die Hauptverantwortlichen waren Barrett Brown (Integral Sustainability) und Sean Esbjörn-Hargens (Integral Ecology) – Leute, auf die Ken angeblich große Stücke hält. Nach diesem Wochenende kann ich auch verstehen warum.

Doch bevor es losging mit einem öffentlichen Einführungsvortrag in den Sälen des Colorado University Memorial Centers , mussten wir ran, um aufzubauen. Wir fuhren mit Clint zum Lager, um das nötige Equipment in einen Truck zu laden. Als wir ihm mit unserem Wagen nachfolgten wurde ich dummerweise auch noch beim Überqueren einer roten Ampel geblitzt. Bitte recht freundlich! Wo gehobelt wird fallen bekanntermaßen Späne. Mal sehen, welche Konsequenzen das nach sich zieht (besucht mich dann bei Gelegenheit mal in Guantanamo Bay, okay? ).

Bild 1: Aufbau, Colorado University (CU)

Bild 1: Clint im LKW; beim Ausladen; CU Campus, Steffi auf dem Campus, Campus mit Bergpanorama (den sog.„Flatirons“) im Hintergrund

Der Vortrag war öffentlich und kostenlos und wurde vom Environmental Center der CU unterstützt. Das Ganze war eine kleine tour de force für ‚Nicht-Ken-ner’ von AQAL. Barrett ratterte rigoros aber charmant Quadranten und Level herunter und gab danach Beispiele für die Anwendung von AQAL aus verschiedenen Gebieten, z.B. im United Nations Development Progamme gegen die AIDS-Katastrophe oder auf Hawaii zur Bekämpfung der Überfischung von Aquariumfischen.

Bild 2 : öffentlicher Vortrag Freitag Abend

Bild 2 : Veranstaltungsflyer; Steffi beim Vorbereiten der Namensschildchen; mein PC mit der Powerpoint-Präsentation, die mir Barrett zum timen der Folienübergänge anvertraut hat; Clint und noch jemand beim Aufhängen des I-I Logos; Kelly und Corey am Mischpult; Barrett und Sean auf der Bühne; Barrett; Sean


Zudem hat Barret in seinem Teil des Einführungsvortrags noch spannende Ergebnisse aus seinen eigenen empirischen Studien vorgestellt: er hat sich ungefähr ein halbes Dutzend populärer und renommierter Bücher zu Ökologie und Nachhaltigkeit vorgenommen und sie daraufhin untersucht, aus welcher Perspektive, bzw. aus welchem Quadranten die Autoren die ökologischen Probleme untersuchen und ihre Lösungsansätze hervorbringen. Hierzu nahm er sich die Paragraphen und Sätze einzeln vor und notierte schlichtweg aus welchen Quadranten heraus gesprochen wurde. Die Resultate bildete er prozentual in einer Grafik ab.

Bild 3: Barrett mit Statistiken

Siehe da: das Ergebnis war wenig überraschend. Die Autoren befassten sich meistens oder fast ausschließlich mit der systemischen, interobjektiven Dimension - dem unteren, rechten Quadranten in Wilbers Modell. Barrett würdigte die gute Arbeit der Autoren in dieser ihrer bevorzugten Perspektive, doch es wurde schmerzlich augenfällig, dass dies eine höchst beschränkte Sicht auf das komplexe Thema Ökologie darstellt. Kaum Erwähnung der individuellen oder kollektiven Innerlichkeiten, der Entwicklungsstufen der beteiligten Menschen, die solch wichtige Faktoren in der Umweltproblematik darstellen. Dies erscheint einfach nicht auf dem Radarschirm der Theoretiker, weshalb ihre Ansätze fragmentarisch bleiben müssen.

Thursday, March 16, 2006

30. Tag: Catholicism Reloaded

Eucharistie mal anders

Am Dienstag Abend hat uns Rollie zu einer katholischen Messe in die Campus-Gemeinde eingeladen. Zuvor trafen sich einige von uns im Cafe, um uns über unsere persönliche Vergangenheit und unsere Assoziationen mit dem Christentum klar zu werden und auszutauschen. Viele waren christlich aufgewachsen, doch die wenigsten sind beim Christentum geblieben, wie etwa Rollie. Einige haben sich abgewendet und sind dann einem östlichen Weg mit Meditation gefolgt, nur um am Ende zu entdecken, dass alle Wege zum gleichen Ziel führen. Diese Schlüssel-Einsicht, die mit der integralen Struktur des Bewusstseins im Menschen immer deutlicher wird, hilft letztlich, um innerlich seinen Frieden mit den spirituellen Wegen aus allen großen Traditionen zu schließen. Es gab hier also in unserer Runde individuell verschiedene Entwicklungssequenzen (1-2-3 für A, B und C) :

Diagramm: Catholicism Reloaded

A) 1- Christlich aufgewachsen 2 – Dem Christentum entsagt und die Wissenschaft (als neue Form von Religion und Weltbild) angenommen 3- mit dem Integralen in Berührung gekommen und beides integriert; (z.B. Ryan)

B) 1- atheistisch aufgewachsen 2- Wissenschaft mit religiösem Eifer umarmt 3- östliche Weisheitslehren erkundet (Buddhismus, etc.) und im Integralen eine genuine Wertschätzung für das Christentum gewonnen. (z.B. Dennis)

C) 1- katholische Erziehung genossen 2- dem Christentum treu geblieben, aber sich den rationalen Wahrheiten der Wissenschaft geöffnet (liberales Christentum) 3- im Integralen zu einer tiefen Integration von Wissenschaft und mystisch (trans-rational) verstandenem Christentum gefunden (z.B. Rollie)

D) Linie D repräsentiert den durchschnittlichen Schwerpunkt der Entwicklung in Deutschland, der – sehr grob gesagt – bei „2- rational / modern“ liegt. Ob dies nun ein rationaler Christ, ein rationaler Physiker, oder ein rationaler Atheist ist, kann sich im Einzellfall unterscheiden. Die allgemeine Tiefen-Struktur der Entwicklung (2) ist die selbe, während die Oberflächen-Struktur im oben genannten Sinne erheblich variieren kann.

Die meisten Leute, die ich in Deutschland persönlich kenne, kommen allerdings eher aus der atheistischen Ecke (oder sie verbergen ihre Religiosität in schamhafter Manier aus Angst vor dem allgemeinen Gelächter). Insbesondere im Gefolge des zweiten Weltkrieges haben die Menschen ein Problem damit, sich einer (religiösen) Autorität anzuvertrauen – zurecht. Allerdings erschwert dieses kulturelle Klima die Entwicklung einer liberalen Religiosität (2), geschweige denn einer integralen Version (3) davon. Auch „Papa Ratzi“ rangiert mit seinen Äußerungen eher unterhalb der zweiten Stufe/Struktur in diesem Diagramm.

Hostie TO-GO?

Wir gingen also nach dem Beisammensein in eine katholische Kirche, wo Rollie eine Art Messdiener (oder so) ist, um zusammen im Kerzenschein die Erfahrung christlicher Religiosität (neu) auf uns wirken zu lassen. Rollie hatte uns zuvor über das Ritual der Eucharistie erzählt, bei der man den Leib und das Blut Christi, symbolisiert durch die Hostie und den Wein, zu sich nimmt. Dieses Ritual ist aus der biblischen Begebenheit des letzten Abendmahls abgeleitet, wo Jesus seine Jünger auf sein baldiges Ableben vorbereitet

„Was für ein Quatsch!“ höre ich die Stimme des rationalen Atheisten (2) in mir rufen. Der Leib und das Blut Christi – sind wir hier im Kindergarten? Mit Magie und Zaubern und so? Und wenn du den Teller nicht brav aufisst, dann scheint morgen die Sonne nicht?


Hmmm. Fast. Gemeint ist hier nicht eine prä-rationale Interpretation der Eucharistie (Magie, Mythos a la 1), auch nicht eine rationale Interpretation („Brot und Wein stehen symbolisch für Leib und Blut Jesu“ a la 2) sondern eine trans-rationale, non-duale Interpretation dieses Ereignisses: Indem man dieses Ritual vollführt kann man zeitweilig für einen Moment der non-dualen Einheit des eigenen Bewusstseins mit dem ‚Christus-bewußtsein’ inne werden. Diese Zustandserfahrung eines höheren Bewusstseins hält gewöhnlich nicht an, sondern muß trainiert werden. DAS ist es was die östlichen Meditationstechniken bewirken sollen: ein Geistestraining, dass einen länger in der Erfahrung der Einheit verweilen lässt. Das war jetzt eine integrale Interpretation der Eucharistie (3).

Rollie sagt, dass er diese Zustände der Einheit zuerst in der Messe erfahren hat und nach und nach auch im Alltag aufblitzen sieht. Rollie ist allerdings ein progressiver Katholik, der nach eigenen Angaben auch viel Gewinn aus dem Buddhismus, etc. gezogen hat. Solche Menschen findet man leider nur zu selten – „Rollie-sattva“! Seine Praxis ist kontemplatives Gebet – eine der ‚Meditation mit Form’ nicht unähnliche Technik.

Tuesday, March 07, 2006

24. Tag: Love-Flash @ IntegralSpiritualCenter

Rollie hält eine Ansprache

Das Highlight: das zweite Treffen des Integral Spiritual Center (www.integralspiritualcenter.org) in Westminster zwischen Denver und Boulder und Steffi und ich mitten drin. ISC ist eine Zusammenkunft von spirituellen Lehrern aus fast allen Weisheitstraditionen der großen Weltreligionen, die sich auf Ken Wilbers Einladung um einen authentischen Dialog und einen Austausch der transformativen Techniken bemühen. Das Treffen ging über drei Tage.

Die ersten beiden Tage waren eine Art Klausur, in der nur die Lehrer und ein erlesener Kreis von Teilnehmern anwesend sein durfte. Der dritte Tag war der „public day“ und war der ‚Verbreitung des Virus der Erleuchtung’ gewidmet (wie Ken beim Art Meeting vorausschickte), wobei die Öffentlichkeit (darunter auch wir) eingeladen war, mit den Lehrern zu diskutieren. Leider war Ken nicht anwesend, denn die ersten beiden Tage waren wohl ziemlich intensiv für ihn, so dass er sich für diesen Tag entschuldigen ließ. Das war ein kleiner Wermutstropfen, doch angesichts der verbleibenden wunderbaren Menschen trat diese Tatsache schnell in den Hintergrund.

ISC Bild 1

Auf dem ersten Bild sind zu sehen (von oben links nach unten rechts gelesen), Ballard in seinem Element; das gebannte Publikum; Katie, Juliana und Steffi; Rabbi Zalman Schachter-Zalomi; Rabbi Marc Gafni; Fred Kofman; Frances Vaughan und Roger Walsh; Sally Kempton, Genpo Roshi und John Kesler.

Ursprünglich wollten wir mit unserem Vermieter Stan zusammen hin gehen, doch der war leider verhindert, so dass wir zusammen mit Juliana (drittes Bild, oben, mitte) hingefahren sind. Juliana ist mit Stan befreundet und wohnt übrigens momentan unten in unserem Haus. Sie war ziemlich geflasht von den Energien, die da im Raum waren (sie ist sensibel für so was), so dass sie sich in einem Moment der Hingabe unglücklich an der metallenen Stuhlkante des Vorderstuhls ein Stückchen ihres Eckzahnes ausschlug. Autsch. Aber ein interessantes Souvenir von diesem Ereignis…

ISC Bild 2

Auf dem zweiten Bild sind zu sehen (in gleicher Lesart): Jeff Salzmann; Huy Lam; Vidyuddeva; Sally Kempton; Sourabh Sarkar; Terry Patten; Frances Vaughan; Willow Pearson und Bruder David Steindl Rast.

Roger Walsh hatte in Abwesenheit von Ken die Moderatorenrolle übernommen und hielt zusammen mit Rabbi Marc Gafni den Raum. Roger fragte die Anwesenden nach ihren Eindrücken vom Treffen und welche Einsichten sie mit dem Publikum teilen wollten. Terry Patten antwortete treffend mit folgendem Bild: Das ist so wie wenn man nachts auf dem Rücken liegt und den fantastischen Sternenhimmel betrachtet und dann jemand kommt und dich fragt, welchen Stern du am Besten findest…

ISC Bild 3

Auf dem dritten Bild sind zu sehen: (whatshisname?); Diane Hamilton; Brother David Steindel-Rast; Willow Pearson; Jim Marion; (whatshername?); John Kessler; Nomali and Rollie.

ISC Bild 4

Wie man auf dem vierten Bild sehen kann, war der Raum total schön hergerichtet (Nomalis Verdienst) mit vielen Blumen, Kerzen und einem Altar auf dem die Teilnehmer einen Gegenstand aus ihrer Tradition mitbringen konnten.

Die Lehrer erzählten ihre Lieblingsgeschichten aus ihren Traditionen, persönliche Erfahrungen auf ihrem Weg, Koans und Gedichte. Jeff rezitierte ein Gedicht von Walt Whitman. Rabbi Marc und Roger gaben dem Publikum geführte Meditationen vom Feinsten.

ISC Bild 5

Bild fünf: Steffi und ich waren sehr berührt von der ganzen liebvollen Atmosphäre, wie man an unserem ‚verklärten’ Ausdruck sehen kann. Weiter geht’s mit Sofia Diaz, die Göttin, wenn es darum geht, das Publikum in Bewegung zu versetzen; Rollie mit Rabbi Marc; drei ‚Billiardkugeln’; Diane Hamilton und Marc; jemand, den es ebenfalls umgehauen hat; das Publikum in stehenden Ovationen.

Zwischenzeitlich in der Mittagspause brachten wir Roger und Frances wieder zum Flughafen zurück. Auf dem Hinweg fachsimpelten Steffi und Roger über Medi-Forschung. Der Rückweg war weniger lustig, denn wir verfransten uns im Denver Highway-Netz und verpassten ungefähr eine Stunde vom Rest der Veranstaltung.

ISC Bild 6

Bild sechs zeigt einige Eindrücke aus den Pausen: Gesucht und gefunden – Juliana, Steffi und Kelly; die Audiotechniker Olli und „Jesus“ Jason Digges; Steffi und Bruce; Bruder David Steindl-Rast und Regena; Rabbi Marc bei seiner Transmission für Emily.

Alles in allem hatte ich das Gefühl am besten Fleck im Universum zu sein. Wir sind immer noch dabei, die Eindrücke zu verdauen.

Friday, March 03, 2006

22. Tag: Spaziergang + Roger und Frances vom Flughafen abholen

Spaziergang


Am Nachmittag machten wir einen kleinen Spaziergang in unser neuen Umgebung hier in der Wellington Road. Das Wetter war frühsommerlich mit T-Shirt Temperaturen bei strahlendem Sonnenschein.









Roger und Frances

Am Abend fuhren wir dann zum Denver Airport, um Roger Walsh und Frances Vaughan vom Flughafen zu Ken’s Loft zu bringen. Am Tag darauf sollte nämlich das zweite Treffen des Integral Spiritual Center in einem Hotel zwischen Denver und Boulder stattfinden. Dank mapquest kamen wir auch sicher hin und zurück. Die beiden waren sehr nett und wir plauderten ein wenig im Auto über ihre Vergangenheit mit Ken und Treya, das bevorstehende Event und was wir beiden so machen.

Erster Fasten-Tag

22. Tag, Montag, 27.02.06

Ich habe mich entschlossen eine Woche zu fasten. Nicht etwa weil die Lebensmittel hier teuer sind, was zweifelsohne stimmt, sondern weil ich das Fasten als innere Einkehr nutzen möchte.

Selbstverständlich habe ich mich eingehend mit entsprechender Literatur auf diesen Prozess vorbereitet. Empfehlung: „Wie neugeboren durch Fasten“ von Dr. med. Hellmut Lützner.

Heute war mein erster Tag und es lief sehr gut (im wahrsten Sinn des Wortes). Ich lasse los und mache mich innerlich frei. Meine spezielle Form nennt sich „Buchinger-Fasten“. Erlaubt sind Säfte in Maßen, Brühe, Tee und viiiiiiiiiel Wasser. Keine Angst so wie auf diesem Bild werde ich nicht aussehen nach dieser Woche.

Ich bin gespannt wie sich mein Organismus verändert, jede einzelne meiner Körperzellen und mein Geist durchflutet wird von dieser Reinigung. Was wird wohl aufsteigen in der Psyche? Welche tief sitzenden Manifestationen werden sich lösen und was ist tief in meiner Seele verborgen? Wonach hungert mein Inneres? Ich werde die Zeit nutzen, um die inneren Prozesse bewusster wahrzunehmen und die bisherigen Begegnungen & Erfahrungen zu verarbeiten & zu integrieren und freue mich auf die nächsten Tage...




Thursday, March 02, 2006

20.Tag: Apples to Apples

Apples to Apples

Heute Abend gab es mal wieder eine Game-Night mit ähnlicher Besetzung. Wir spielten ein Kartenspiel Namens „Apples to Apples“, wobei es zwei Arten von Karten gibt: auf der einen Sorte (grün) stehen Prädikate, wie etwa „awesome“, „boring“, „sweet“ und auf den Karten der anderen Sorte (rot) stehen Subjekte, wie etwa berühmte Persönlichkeiten oder Aktivitäten („Kleopatra, Frank Sinatra, The Civil War, washing the baby, Minnesota“). Jeder bekommt sieben Subjekt-Karten und muss daraus die für die jeweilige Runde passendste Karte zum aktuellen Prädikat heraussuchen. Der Richter für die Runde (jede Runde jemand anderes) sucht dann aus den Vorschlägen die beste Kombination aus und gibt die Karte dem Gewinner. Wer zuerst ein gewisse Anzahl von grünen Karten hat gewinnt. Wir waren zu sechzehnt.

Ich hatte erst keinen Bock auf Gesellschaftspiele. Doch dann kam die Karte „awkward“ (peinlich, unangenehm). Ich setzte auf meine Karte „Americans“ und hatte die Lacher auf meiner Seite. Als ich dann als Deutscher meine Karte in Empfang nahm, war die Überraschung groß. Ich gewann die erste Runde, denn ich hatte als erster drei grüne Karten gesammelt. Daraufhin wurde das Spiel auf fünf Karten verlängert. Witzigerweise gewann ich auch hier. Ich kam richtig in Fahrt.

Anschließend spielten wir noch „Tabu“ (Männer gegen Frauen), auch hier war ich im Gewinnerteam. Ein gelungener Abend. ;-