Wednesday, April 26, 2006

What's next on this blog



Hallo Freunde,

wie ihr gemerkt habt, hatten Steffi und ich in der letzten Zeit wenig Gelegenheit, um den Blog zu aktualisieren. Zuerst waren wir in Utah, anschließend sind wir direkt nach San Francisco geflogen (zum ILP Seminar) und am Tag unserer Ankunft in Boulder gab es direkt gleich wieder einen Talk in Denver zwischen Father Thomas Keating und Ken. Gestern hatten wir unsere zweite Präsentation über die integrale Szene in Deutschland im I-I Office (die sehr gut gelaufen ist und mit Begeisterung aufgenommen wurde) und heute abend schmeißen wir eine Abschiedsfeier. Am Freitag (28. April) ist unser Rückflugtermin und am Samstag sind wir dann zurück in Deutschland.

Mein Plan ist, dass ich auch noch den Rest unserer Erlebnisse blogtechnisch verarbeiten werde - allerdings wird das noch etwas dauern. Ich bitte daher um etwas Geduld.

Wir freuen uns riesig, dass wir unsere Erlebnisse mit euch teilen konnten und hoffen, dass wir den intgralen Spirit aus Boulder für euch lebendig machen konnten. Den Grad eures Interesses konnten wir täglich an dem Counter ablesen.

stay tuned!

herzliche Grüße,

Dennis
und Stefanie

Sunday, April 16, 2006

54. Tag: Hunting Sandwiches

Vorspiel: Nach Haareraufen war uns zumute, weil wir online einen Flug nach San Francisco buchen wollten, was aber über mehrere Stunden nicht so recht klappte. Innerhalb von zwei Stunden war der Flugpreis um 100 Dollar gestiegen. (!) Zum Haareraufen!

Haareraufen


„It’s Sandwich-time!“

Alles begann ganz harmlos mit einer weiteren Meditation-Night bei Em und Rob. Als gegen Ende die Hälfte der Teilnehmer gegangen war machte Rob eine Ankündigung der besonderen Art: „It’s Sandwich-time!“ Binnen Sekunden hatte er alle Anwesenden Männer derart in ihrem Jagdinstinkt gekitzelt, dass wir uns schließlich – die Frauen zuücklassend- begeistert auf unsere Mission machten: besorge einen Haufen Sandwiches an einem Freitag Abend um 1.30h nachts. Wir sprangen alle zu Ballard ins Auto und brausten durch die Nachbarorte, bis wir schließlich bei einem Laden fündig wurden. Um die Ecke gab es dann auch noch einen Donut-Laden mit eklig fettigen Schmalzkringeln mit Schokoüberzug, denn schließlich hatten wir dem holden Geschlecht ja versprochen Schokolade mitzubringen.

Um die Frauen von unserem Jadgerfolg auch zu überzeugen kurvten wir dann widerum eine ganze Zeit durch die Gegend und klapperten die Supermärkte ab, bis wir dann bei King Scoopers auf unserer Suche nach einem Jagdgerät fündig wurden. Erst suchten wir in der Jagdabteilung nach einem Sportschützen-Pfeil, mit dem wir unsere Beute durchbohrt präsentieren konnten. Anschließend hatten wir in der Gartenabteilung eine Axt in der Hand, in der Spielzeugabteilung hätte uns beinahe das Plastikschwert überzeugt. Doch dann kam Ryan mit diesem exquisiten, in China gefertigten Set von Stahlmessern (inklusive Plastikschneidebrett) für schlappe 5 Dollar an. Gekauft! Das war uns der Spaß wert.

Sandwichjagd

Zuhause angekommen „erlegten“ wir unsere Beute ein zweites Mal und durchbohrten den Karton mit unseren Messern. Anschließend verspeisten wir die Beute roh und wild direkt von unseren Messern. Rob war derart im Blutrausch, dass er gar nicht merkte, dass er sich beim Essen auch noch selber das Kinn aufgeschnitten hatte. (siehe Bild). Das störte ihn jedoch nicht im Geringsten. Was für ein Abend – ich hatte schon lange nicht mehr solch einen Spaß!

Eindrücke vom Rest des Abends

Monday, April 10, 2006

53. Tag: dampfende Gullideckel in Denver

Downtown Denver

Heute sind wir mit dem Bus nach Denver gefahren, um uns mal ein wenig in der Innenstadt umzusehen. Denver ist eine moderne Stadt mit kühlem Chic, der sich in den Beton- und Glasfassaden der zahlreichen Wolkenkratzer wiederspiegelt – ’ne Stadt halt. Steffi und ich waren froh mal aus der liberalen Boulder-Enklave zu entkommen um „richtige“ Amerikaner zu sehen: dick und schwabbelig. Diese Freude ebbte aber schnell wieder ab und wir sehnten uns am Ende des Tages in unsere schöne heile Welt in Boulder zurück.

In der Zwischenzeit jedoch spazierten wir durch die Häuserschluchten und machten so einige Entdeckungen. Zunächst fanden wir heraus, dass die dampfenden Gullideckel, wie man sie in vielen Spielfilmen sieht, keineswegs bloß ein atmosphärisches Ingredienz a la HOLLYWOOD sind, sondern dampfende Realität. Man fühlt sich geneigt, direkt auf offener Straße ein wahres Dampfbad zu nehmen!
Faszinierend, wenn einem seine Vorurteile dermaßen ad absurdum geführt werden.

Zudem ein weiterer Fall: Weihnachten wird in Denver in manchen Hotels das ganze Jahr über gefeiert und nicht nur einen lausigen Monat, wie in Deutschland (siehe oben die Beleuchtung der Gebäude bei Nacht). Man lernt nie aus.

"Nirvana is now being served in-room"

Last but not least: Ich dachte immer, dass “Nirvana” einen Zustand bezeichnet, der die Aufhebung allen Leidens darstellt. In Denver habe ich gelernt, dass mit „Nirvana“ warme Steine gemeint sind, die einem auf den Rücken gelegt werden, wenn man sie auf sein Hotelzimmer bestellt. Ob man dann richtig „stoned“ davon wird?

Saturday, April 08, 2006

51. Tag: die Zukunft: folgt Holakratie auf Demokratie?

Brian präsentiert sein Konzept im I-I Office

Vor einigen Tagen durften wir hier an einer Mitarbeiterbesprechung im I-I teilnehmen, zu der Brian Robertson, der Gründer einer Softwarefirma eingeladen war. Brian Robertson hat einen neuen Weg gefunden, um Entscheidungsprozesse und Organisationsstrukturen derart umzugestalten, dass sie dynamischer, flexibler, integraler und letzlich auch 'transpersonaler' funktionieren können. Auf diese Weise hat er sein Unternehmen extrem erfolgreich gemacht. Nun hat er sein Wissen und seine Erfahrungen mit dem I-I geteilt. Ken ist begeistert von diesem Ansatz und auch die Mitarbeiter am I-I brennen darauf, das Ganze in die Tat umzusetzen.

Das Ganze nennt sich "Soziokratie" und nachdem Ken und Brian sich unterhalten haben "Holakratie", bzw. "holacracy". Das Kernverfahren ist ein Prozeß der Entscheidung via "consent" (Einwilligung/ Einverständnis) im Gegensatz zu "consensus" (Konsens) und die Kernstruktur holarchisch angeordnete Gremien, die systematisch die Perspektiven aller Beteiligten berücksichtigen.

Das Verfahren geht so: der Facilitator des Prozesses bringt einen Vorschlag über ein Vorgehen in einer bestimmten Sache zur Abstimmung. Jeder darf Vorschläge machen. Jeder Teilnehmer ist der Reihe nach dazu aufgefordert zu dem Vorschlag Stellung zu nehmen und alle rationalen Einwände vorzubringen, die der Sache nach dagegen sprechen könnten, weil sie "außerhalb der Grenzen der Toleranz des ganzen Systems liegen" - wie auch immer diese Grenzen im konkreten Fall aussehen mögen. Dadurch werden die verschieden objektiven (3.Person-) Sichtweisen auf die Sache ausgetauscht, so dass sich jeder ein besseres Bild von der Situation machen kann.

Persönliche Vorlieben und Abneigungen werden nicht als Begründung akzeptiert. Sie werden jedoch ernst genommen und vom Facilitator hinterfragt, weil sie oftmals Information über objektive Grenzen des Systems verbergen. Auch vage Ahnungen und Bauchgefühle werden mit Respekt behandelt und mit ihrer verborgenen Logik an die Oberfläche gebracht. Wenn keine Gründe dagegen sprechen einen Vorschlag anzunehmen, dann wird mit dieser Entscheidung weitergearbeitet, bis das System an seine Grenzen stößt. Dann wird ein neuer Vorschlag gemacht und zur Abstimmung gebracht. Entscheidungen können jederzeit neu verhandelt werden, wenn sich neue Daten und Fakten im Prozeß zeigen.

Dies ist der Unterschied zum System des Konsens, bei dem alle im Grunde zustimmen müssen (anstelle von "kein sachlich-plausibles Gegenargument wissen"), bevor eine Entscheidung gefällt werden kann: Es geht nicht darum, ob ich persönlich - quasi mein Ego- wählerisch bin und eine andere Vorliebe habe. Dieses Verfahren entzieht dem Ego das Wort und fragt nach objektiven Gründen (dritte Person Perspektive), die im Interesse aller liegen. Wer einen Konsensprozeß aus persönlichen Gründen blockieren will, der kann das tun, indem er einfach nicht zustimmt. Das geht im Verfahren der 'Einwilligung' (consent) nicht, denn es werden immer Gründe verlangt - andernfalls wird das unter "keine Einwände gegen den Vorschlag" verbucht. Hierdurch wird der Entscheidungsprozeß drastisch beschleunigt.

Soviel (bzw. wenig) zum Verfahren innerhalb einer Holakratie. Die Struktur sieht in etwa folgendermaßen aus:
Innerhalb eines Unternehmens (oder welcher Gruppe auch immer) gibt es verschiedene Kreise von Zuständigkeiten, die sich (zumindest in dieser Struktur) natürlich aus den Aufgaben ergeben, die sich ein Unternehmen stellt. Diese Arbeitsgruppen mit ihren verschiedenen Zuständigkeiten haben jeweils zwei Vertreter, die ihre Perspektive innerhalb eines holarchisch übergeordneten Kreises vertreten: zum einen ist das der Verantwortliche des Projektteams, zum anderen ein Vertreter aus dem Reihen der Mitarbeiter, der als geeignet erscheint, um die Perspektive der Arbeitsruppe in einem höheren Gremium zu vertreten. Dieser "double-link", bzw. dieses 'doppeltes Bindeglied' verknüpft die Anliegen und Perspektiven mit der nächsthöheren Ebene, in diesem Fall vielleicht das Gremium mit den Leitern und Vertretern aller Projektgruppen. Diese Gruppe hat einen Verantwortlichen, sowie einen weiteren Repräsentanten, die dann beide im Top-Circle vertreten sind. Auf diese Weise kann ein einfacher Arbeiter aus dem hierarchisch untergeordneten Kreis einen Vorschlag einbringen, der durch alle Kreise nach oben hin diskutiert werden kann (sofern keine objektiven Gründe gegen seine Umsetzung sprechen). Das ist laut Robertson auch schon in einer belgischen Firma geschehen, die dieses System übernommen hat.

wie Fahrradfahren Ein Bild das Robertson verwendet, um die Unterschiede zu konventioneller Unternehmensführung zu illustrieren ist das Bild vom Fahrradfahren. Konventionelle Unternehmen stecken sich ein Ziel in der Zukunft, versuchen den Weg dahin möglichst korrekt vorher zu sagen und arbeiten dann darauf hin mit der Befürchtung, dass es doch anders kommt als erwartet und geplant. Sie fixieren das Ziel am Horizont, versuchen den Lenker möglichst genau auszurichten und treten dann mächtig in die Pedale. Holakratie hingegen versucht zwar das Ziel im Kopf zu behalten, doch vetraut sich der Intelligenz des Prozesses an. Statt den Lenker zu arretieren fährt man mit etwas Schwanken und Schaukeln und korrigiert die Stellung des Lenkers, wann immer nötig. Man ist immer in Kontakt mit den Grenzen des Systems und Feedback wird ständig berücksichtigt und verarbeitet. Dadurch entsteht ein dynamisches Gleichgewicht ohne Anspannung und Angst, denn Fehler und Spannungen innerhalb des Systems sind lediglich Feedback und Lernerfahrung, die zur Optimierung weiterverarbeitet wird.

Bei der Entscheidungsfindung wird nicht nach der "besten" Lösung Ausschau gehalten (wer weiß schon, was das ist, denn jeder Einzelne hat seine eigene Vorstellung davon), sondern lediglich nach einer Lösung, gegen die im Moment kein sachlich berechtigter Einwand vorliegt. Auf dieser Grundlage wird dann weiter gearbeitet. Es gibt keinen Grund an vergangenen Entscheidungen festzuhalten - man kann jederzeit auf den Input der Umwelt reagieren und neue Vorschläge machen. Das macht das Ganze durchlässiger für Eros - den kreativen Impuls der Evolution, der sich als kollektive Intelligenz ausdrücken kann.

Für alle was dabei Robertson spricht von der transpersonalen Qualität der Entscheidungsprozesse, die die Beteiligten zeitweilig einen höheren Zustand jenseits des Ego erfahren lassen. Ich denke, dass das z.T. durch den Zwang die dritte-Person-Perspektive einzunehmen katalysiert wird. Die Genialität dieser Struktur, die Robertson in seiner Firma durch schmerzliche Versuch-und-Irrtum- Prozesse herausgearbeitet hat liegt unter anderem auch darin, dass sie die Werteebenen traditionell, modern und postmodern (blau, orange, grün) anspricht, die alle etwas Positives daran finden. Traditionelle Gemüter schätzen die klare Struktur und die Regeln, Modernisten die Vielfalt der Optionen und die Effektivität des Prozesses, die Postmodernisten schließlich mögen, dass jeder gehört wird und an den Entscheidungen beteiligt ist. Und second-tier (integral) sitzt da und lächelt. Genial daran ist, dass ein evolutionärer Sog geschaffen wird, der alle Individuen systematisch auf der Entwicklungsleiter nach oben zieht.

WIE Als damals die Zeitschrift „What is Enlightenment“ in einer Ausgabe über das Titelthema „kollektive Intelligenz“ berichtet hat, fand ich das Ganze zwar spannend, doch irgendetwas hat mir damals gefehlt. Auch bei dem Gedanken an integrale Politik habe ich bisher nie das fehlende Puzzlestückchen identifizieren können: die systemisch-strukturelle Dimension von second-tier. Wie sieht eine integrale Gemeinschaftsstruktur denn konkret aus? Robertsons Ansatz erscheint mir als eine gute erste Antwort und auch als gangbare und effektive Alternative auf das zunehmend defiziente System der Demokatie.

Wie Wilber in seiner in Zukunft erscheinenden Terrorismus-Trilogie schreibt, könnte eine postmoderne (grüne) Weltföderation die Bevölkerung dieses Planeten um die Hälfte dezimieren. In Wilbers Fiktion führt diese Föderation nämlich ab einem gewissen Punkt die „E-Demokratie“ ein, bei der alle Menschen elektronisch via Internet aufgefordert sind zu wählen. Schnell gewinnt dadurch der ethnozentrische Anteil der Bevölkerung (derzeit ca.70% der Weltpopulation) die Oberhand und führt repressive Strukturen ein, die einander bekriegen. Eine düstere Aussicht.

Allein deswegen scheint es mir sinnvoll Holakratie auszuprobieren – um eine Alternative in der Hinterhand zu haben…

Wer mehr wissen will, der kann sich hier ein Interview mit Brian Robertson herunterladen (auf Englisch).
http://www.ternarysoftware.com/pages/downloads/BrianRobertsonInterview2006-02-08.pdf

Ebenfalls aufschlußreich und voller Material (auch Audios) zum Download ist http://enlightenedbusiness.blogspot.com/

www.holacracy.org - offizielle Homepage über Holacracy

Wednesday, April 05, 2006

49. Tag: hanging out with Ken again

@Ken's

Am morgen fand ich eine email von Colin, mit der Frage ob wir zusammen mit Cia und Christian aus Wien zu Ken kommen wollen. Und ob wir wollten! Am frühen Nachmittag saßen wir also mal wieder bei Ken auf der Couch.

Cia kennen wir noch von den ersten Treffen von iMove. Sie studiert Medizin, steht am Ende ihrer Ausbildung und war mal kurz mit Colin zusammen. Christian Mandl ist ein Professor für Virologie aus Wien, der schon länger Ken Wilber-Fan ist und durch Cia den Kontakt zu Colin und schließlich auch Ken vermittelt bekommen hat. Er war auf der Durchreise zu einer Fachtagung in der Nähe von Denver und hat dann gleich die Chance beim Schopf gegriffen um einen Abstecher zu Ken zu machen.

Christian hat von seiner Arbeit als Virologe berichtet. Ken und er unterhielten sich daraufhin über den groben Reduktionismus, der in den Naturwissenschaften immer noch sehr stark ist und durch ein beschränktes Weltbild indirekt auch seelisch verkrüppelte Forscher hervorbringt, die Christian regelmäßig auf seinen Fachtagungen trifft. In dieser Flachland-Welt ohne Innerlichkeit, Intention oder Tiefe gibt es nur das ziellose Hasten von Atomen und Leben ist nur eine Variation von „frisky dirt“- eben überaus ‚verspielter Schmutz’. Wenn man mit einer solchen Auffassung der Welt herumläuft, dann färbt das natürlich unweigerlich irgendwann auch auf die interpersonalen und innerpsychischen Dimensionen ab.

Ken ermutigte Christian ein Buch zu schreiben, das Naturwissenschaftlern einen erweiterten Horizont vermitteln kann, in welchem ein Prozess der Evolution und der Komplexifizierung der Materie mit einer einhergehenden Vertiefung und eines Wachstums des Bewusstseins (OL und OR) zumindest mal vorkommen kann. Das Ganze soll dann ohne Transzendenz oder die höchsten Stufen der menschlichen Entwicklung auskommen, um die potentiellen Leser nicht gleich zu verschrecken.

Ferner kam die alte Frage nach dem Status eines Virus auf: ist ein Virus ein lebendiges Wesen? Ist er nur eine Anhäufung von Molekülen? Christian erläuterte, dass Viren an sich außerhalb einer Wirtszelle nicht als lebendig bezeichnet werden können

Cia fragte Ken zum Thema Existenzialismus, weil sie seit kurzem eine schwierige Zeit hinter sich hat, in der ihr die Lektüre der Existenzialisten Halt gegeben hat. Ken bestätigte, dass sich viele dieser Philosophen und Literaten bereits als reife Zentauren auf der integralen Stufe des Bewusstseins befunden haben.

Ich fragte Ken, was zur Zeit für ihn das Projekt ist, an dem er gerade arbeitet. Er holte etwas aus und gab uns einen zusammenfassenden Überblick über die kommenden drei Bände seiner ‚Terrorismus-Trilogie’ (1.400 Seiten!) – ein Werk, dass (insbesondere auch genährt durch die Verarbeitung aktueller Schlagzeilen) einfach nicht enden wollte. Jedes dieser Bücher kann angeblich für sich gelesen werden, wobei das dritte theorieschwangerer als die anderen beiden sein soll. Wer es bis dahin geschafft hat, den schreckt dann wohl das bisschen Theorie auch nicht mehr ab…

Larry Wachowski Dann kam das Gespräch auf den aktuellen Film des Regisseurs Larry Wachowski („Matrix“) mit dem Titel “Vendetta“, den Cia kurz zuvor gesehen hatte. Ken wurde von seinem Freund Larry nach New York zur Premieregala des Films eingeladen.

Matrix Wie auch die Matrix ist Vendetta ziemlich mehrdeutig und teilweise auch widersprüchlich. Das spiegelt nur die Genialität Wachowskis, dessen Story derart hyperkomplex ist, dass seinen Angaben zufolge von den Millionen von Zuschauern niemand außer Ken die von ihm intendierte Bedeutung der Matrix dechiffrieren konnte.

Vendetta Deshalb hat Ken ihm auch das Versprechen abgenommen, den Film exklusiv für den Art-Branch der Integral University Szene für Szene zu kommentieren. „Vendetta“ leidet Wilber zufolge an dieser Komplexität die einfach zuviel für den durchschnittlichen Kinobesucher ist, wodurch die Handlung zwangsweise verflacht interpretiert wird. Ken hatte das Drehbuch gelesen und Larry dieses feedback gegeben, aber Larry ist eben ein Künstler, der tun muß, was ein Künstler tun muß…

Am Ende machten wir noch eine kleine Foto-Session. Ken hat sich richtig Zeit für uns genommen. Als wir die Loft Richtung Boulder verließen, war es schon fünf Uhr nachmittags – vier Stunden später.

Ich mit Ken

Steffi, Dennis, Ken, Cia, Christian

Christian lud uns alle großzügigerweise zu dem selben Italiener ein, zu dem uns schon John einige Tage zuvor eingeladen hatte. Wir ließen dann den Abend mit Rollie im Red Hill House ausklingen, führten Gespräche über unsere christlichen Wurzeln und genossen das Knistern des Kaminfeuers.