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Monday, February 27, 2006

Google Earth rocks!

Mit dem Programm Google Earth kann man eine virtuelle Weltkugel herunterladen, die aus Satellitenbildern zusammengesetzt ist. Auf dieser kann man dann nach Belieben herumfliegen und sich verblüffend realistische Ansichten von allerlei interessanten Orten auf der ganzen Welt auf den heimischen PC holen. Voraussetzung sind allerdings ein guter Prozessor und eine schnelle Internetverbindung. Aber es lohnt sich. Als ich das erste Mal die Welt auf diese Weise erkundet habe, vergingen die Stunden buchstäblich "im Fluge" und mir wurde klar, dass Erdkundeunterricht nie wieder so langweilig sein würde, wie damals in der Schule.

Hier sind ein paar virtuelle Ansichten von den Orten des Geschehens, die ich (mit einem Screenshot-Programm) "abfotografiert" habe.

"Awesome!"

Orte des Geschehens

Red Hill House

I-I Office

17.Tag: home, sweet new home

4404 Wellington Road

Heute sind wir mal wieder umgezogen. Diesmal vom Red Hill House in die Wellington Road zu Stan Anderson. Hier werden wir für den Rest unseres Trips wohnen, wie es aussieht.

Doch bevor wir dort hinfuhren verabschiedeten wir uns innerlich noch von dem herrlichen Ort an dem wir eine Woche wohnen durften, packten unsere Koffer und setzten uns ins Auto. Der Jeep war bis oben an die Decke mit unserem Kram gefüllt. Gleich auf den ersten Metern hätte es uns knapp wieder ins Nirvana gebeamt, zumal wir die schmale Kurve am rutschigen Hang entlang manövrieren mussten. Um ehemalige Erziehungsberechtigte und andere Menschen mit schwachen Nerven zu schonen, breche ich an dieser Stelle mit meinen detaillierten Schilderungen ab und sage nur so viel: wir sind heile unten angekommen! Alles ist gut.

Mit der Wohnung bei Stan haben wir echt Glück gehabt. Boulder ist ziemlich teuer. Wir zahlen jetzt insgesamt 600 Dollar pro Monat. Dafür bekommen wir das möblierte Zimmer mit Bett, PC-Tisch mit Highspeed-Internet-Anschluss, eigenem Bad, Küchenmitnutzung, Waschmaschine, Trockner, und AUTO ( 93er Nissan Pathfinder Jeep). Wahnsinn, oder „awesome“, wie man hier zu sagen pflegt.

Stan arbeitet in der Immobilienbranche und kümmert sich rührend um uns. Er freut sich, dass wir bei ihm wohnen und ihm Gesellschaft leisten. Wir fühlen uns wohl hier.


Stan Anderson

Thursday, February 23, 2006

the road to nirvana...



Der Vollständigkeit halber hier noch mal die bereits beschriebene Rutschbahn ins Verderben. Sie hat uns so manche Stunde altern lassen. Rechts gehts steil ab - ohne Fahrbahnbegrenzung...

Sunday, February 19, 2006

14. Tag: Wieder unterwegs mit Emily und Ryan

Nach der freitäglichen KW Discussion Group an der Naropa University gingen wir noch mit Emily und Ryan in die Noodle & Company und quatschten uns da ungefähr drei Stunden lang fest. Es kam unter anderem die Idee auf, dass wir gemeinsam einen kleinen Road-Trip Richtung Arizona machen könnten. Da ist es bestimmt wärmer als hier zur Zeit.



Am Abend kamen die beiden noch hoch zu uns. Wir machten uns einen netten DVD-Abend und schauten „I heart Huckabees“, eine Komödie, unter anderem mit Dustin Hoffman und Mark Wahlberg. Der Film war mehr als nur eine Komödie, hintersinnig, voller existenzieller Fragestellungen, locker-flockig verpackt. Sehr empfehlenswert. Wir würden uns den Film gerne noch mal auf Deutsch anschauen.

Clint und Kelly kamen zwischendurch auch noch ins Wohnzimmer. Clint hatte einen jungen Hund mitgebracht, der erst mal wie vom wilden Watz beschnuppert zehn highspeed-Runden um den Tisch und die Couch drehte, um dann völlig hysterisch sein großes Geschäft auf dem Teppich zu verrichten. Zum Glück hat das keine bleibenden Spuren hinterlassen. Wie sagt man so schön: „shit happens!“

13. Tag: relaxen im Basecamp


Nach dieser etwas traumatischen Erfahrung haben wir uns erst mal nicht mehr mit dem Auto die Straße hinunter getraut. Statt dessen haben wir den Tag im Haus verbracht, mit minus 15-20 Grad Celsius sicherlich eine weise Entscheidung. Ein bisschen Tee vorm Fernseher - hanging around like couch-potatoes, you know.

Hier oben läuft allerlei Wild herum. Ich hab nicht schlecht gestaunt als ich zwei Rehe einen halben Meter von mir entfernt vor der Fensterscheibe stehen gesehen habe. Putzig das Getier.

Thursday, February 16, 2006

12. Tag: nix Fotos, dafür dem Tod von der glatten Schippe gerutscht


Ich dramatisiere. Aber nur leicht.

Der Tag plätscherte so dahin, mit Wohnungssuche, Einkaufen und mails-checken im Office. Doch mittlerweile kam richtig ordentlich die weiße Pracht vom Himmel gerieselt. So stark, dass wir uns mit Marco und Rollie telefonisch kurzschlossen, um den steilen Anstieg auf den Red Hill gemeinsam zu bewältigen. Rollie und Marco fuhren im Rover vor uns, während wir im Jeep mit Vierradantrieb folgten. Es war etwas glatt, aber der Jeep schaffte die Strecke ganz souverän bei gemäßigter Geschwindigkeit. Bis auf die letzten Meter zum Haus.

Der Rover vor uns stoppt. Rollie will zurück setzen, um rückwärts bis nach oben zur Tür zu fahren, was er auch tut. Wir bleiben kurz vor dem Plateau schräg am Hang stehen, um zu warten, bis der Rover das Manöver beendet hat. Der Weg ist frei. Ich gebe langsam Gas. Die Räder drehen durch. Der Wagen beginnt langsam die schmale Schräge (die immer noch ohne Brüstung ist) herunter zu driften.

Uns stockt der Atem. Die Zeit bleibt stehen. Dies ist ein idealer Moment zum Sterben.
Wellen schockartiger Wärme breiten sich in meinem Bauch aus. Wir rutschen. Die Zeit bleibt immer noch stehen. Der Wagen nicht. Wir rutschen. Scheiße. Irgendwo in der Ferne bellt ein Hund.

Wir beide öffnen die Türen halb, um der Falle vielleicht im Sprung zu entkommen. Geistesgegenwärtig zieht Steffi die Handbremse, während ich geistesgegenwärtig das Lenkrad in die richtige Richtung herumreiße – bergwärts.

Der Wagen kommt zum Stehen. Durchatmen. Wir steigen aus. Ich überlasse Marco das Steuer, der mutig zusammen mit Rollie den Wagen Meter für Meter langsam zum nächstunteren Plateau hinuntergleiten lässt. Dort bleibt er die Nacht über stehen.

Ohne Gefahr kein Abenteuer, ohne Überraschungen keine Erfahrung, ohne die reelle Möglichkeit des Todes in jedem Moment kein Erwachen zu dem sprudelnden Leben das sich in jeder Sekunde in der Gegenwart um uns herum entfaltet. Schätzen wir diesen Augenblick wirklich, wirklich, wirklich tief?

AUFWACHEN, SCHLAFWANDLER!

11. Tag: still breathtaking and inspiring vistas + ILP-Module für die Belegschaft

skies






- ohne Worte - (und das ist schon zuviel gesagt)













Am Morgen hat Annie (unsere ehemalige Gastgeberin, s.o.) ein psychodynamisches ILP-Modul für die Belegschaft angeleitet. Es ging um die Arbeit mit dem Schatten, insbesondere um unsere physischen und emotionalen Grenzen. Dazu haben wir einige Übungen gemacht. Wir haben uns z.B. gegenübergestellt und der jeweilige Partner ist langsam auf einen zu gekommen. Dann sollten wir einfach innerlich beobachten, wo es für uns unangenehm wird oder was für Gefühle und Gedanken aufsteigen. Per Handzeichen konnten wir den Partner dann „fernsteuern“ und ein wenig unsere persönlichen Grenzen erspüren.

Eine andere Übung war darauf angelegt, zu lernen „NEIN“ zu sagen, wenn es sich für uns nicht richtig anfühlt mitzugehen. Zu oft ist es nämlich so, dass externe Konflikte mit anderen Menschen und den Vorstellungen, die sie darüber haben, wie man zu sein hat, vermieden werden, indem man den Konflikt vom Außen ins Innere verlagert, also internalisiert. Man stimmt halbherzig zu, nur um nicht mit dem Anderen keine Reibereien zu erzeugen. Dadurch hat man die Reibereien „nur“ mit sich selber auszutragen, was einigen lieber ist, als das Gefühl der Verbundenheit mit dem Anderen zugunsten der eigenen Autonomie aufs Spiel zu setzen.

ILP

Hierfür sollte (wieder in Zweiergruppen) einer der Partner eine Frage stellen oder eine Aussage treffen, auf die der andere dann authentisch mit „Ja“ oder eben „Nein“ Stellung beziehen sollte. „Du solltest so sein, wie ich mir das vorstelle“ (– „Hell, NO!“) „Bitte erzähle mir ein Geheimnis.“ „Kannst du mir beim Umzug helfen?“ und dergleichen Fragen. Auch hier sollte man die Aufmerksamkeit vom Außen ins Innere richten und darauf achten, was sich im Kern richtig anfühlt. Ich erlebte mein eigenes Nein-Sagen als kraftvoll und zentriert.

Die ganze Übung sollte aber nicht zur Verhärtung emotionalen Kälte beitragen, sondern nur der allgemeinen Tendenz entgegenwirken, die uns „Ja“ sagen lässt (implizit oder explizit), wo wir eigentlich NEIN meinen. Grenzen sind sinnvolle Einrichtungen.

Es gibt auch noch andere ILP Module im Angebot. Wir machen Dienstags und Donnerstag jetzt immer zwei Runden Zazen mit Casey von 8.00 –9.00 Uhr (a.m.).

10. Tag: Impressionen







Die Aussicht hier oben ist wirklich atemberaubend und inspirierend zugleich. Ach, was mach’ ich große Worte…














Die Couch ist hier für die Bewohner (in diesem Fall Kelly) ein Platz zum Arbeiten – wie alle anderen Plätze auch (das Bett, die Küchenanrichte, etc…). Das Integrale ist schön – macht aber viel Arbeit…

Wednesday, February 15, 2006

9.Tag: Teehaus, Annie returns, Comedy-Battle im Redfish-Club


Am Vormittag packten wir unsere Koffer zusammen und brachten die Bude auf Vordermann, da wir am Abend umziehen wollten.

Am Nachmittag gingen wir auf einen Chai-Tee ins berühmte Teehaus in Boulder. Das wurde in Kasachstan (oder so) gebaut, auseinandergenommen, in Einzelteilen nach Boulder verschifft und dort wieder aufgebaut, wo es praktisch ein Renner ist. So macht man dass, wenn man keine nennenswerte Kulturgeschichte hat: man importiert das Übrige. (-;)

Vor Ort trafen wir Stefanie und Kadir, Deutsche aus Karlsruhe, die seit einiger Zeit in Denver leben und dort als Übersetzer für eine Softwarefirma tätig waren. Die Sitten am Arbeitsmarkt hier sind rau, wie uns die beiden aus eigener Erfahrung bestätigen konnten. Sie versorgten uns mit Tips für Trips in der Gegend und gaben uns auch ihre Telefonnummer, so dass wir mal vorbeischauen können, falls wir wieder in der Gegend sein sollten. Sehr nett die beiden.

Anschließend machten wir noch einen verpeilten Spaziergang durch die Pearl Street (Innenstadt von Boulder) und testeten die hippe Hutmode aus. Das trägt man jetzt so in Paris – wer’s sich leisten kann!

Am Abend war es dann so weit: wir trafen Annie, die uns freundlicher- und unbekannterweise ihre Wohnung mitsamt Katze für eine Woche anvertraut hat (ok, Jason war auch noch da…). Sie ist Hauptverantwortliche für die Integral Books und hat zuvor bereits als Psychologin gearbeitet. Sie ist ein strahlender Mensch, fröhlich, herzlich und sehr weiblich. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden.

Danach fuhren wir zu Chad ( der verrückte Video-Cowboy, der so crazy ist, dass er uns erzählt hat, sein Name sei „Chad“, obwohl er in Wahrheit „Ballard“ heißt, wie wir im Nachhinein von den anderen erfahren haben), wo wir mit Ryan und ein paar Leuten zusammensaßen („hanging out“ wie man hier sagt), bevor wir dann einen Comedy-Battle im Redfish Club besuchten, wo Emily an diesem Abend kellnerte. Bei Chad bzw. Ballard (oder wie der Bastard auch immer heißen mag) ist wie in seinem Auto Christbaum-Beleutung im bunten Lichterketten-Stil das herausragende Gestaltungsmerkmal. Daneben hängt ein echter „Elvis“, gemalt auf Black Velvet. Sensationell.

Nebenbei zeigt er mir noch die Umsetzung meines Stuart-Davis-Gemäldes für das Cover seiner neuen DVD. Ich war nicht so ganz davon überzeugt und muss mich noch ein bisschen daran gewöhnen. Hach, so ein Künstler hat’s nicht immer leicht…

Der Abend im Redfish-Club war eher durchwachsen: lokale Comedians traten gegeneinander an und versuchten sich mit schlechten Witzen zu überbieten. Nur einer von ihnen war wirklich gut und talentiert.

Am Abend fuhren wir dann mit unseren Koffern hoch zum Red Hill House ( das alte Haus von Ken), wo Rollie (den Annie zurecht „Rolliesattva“ nennt - so sweet…) uns sein Zimmer mit Bad und Dusche zur Verfügung gestellt hat. Hier wohnen wir erst mal (zusammen mit Marco, Kelly und Mark), bis wir etwas gefunden haben.

8.Tag: bei Ryan und Emily


Den halben Tag verbrachten wir im Office auf der Suche nach einer geeigneten Wohnung. Am Abend fuhren wir dann raus zu Ryan. Seine Freundin Emily musste leider arbeiten, doch er war so nett uns ihre Wohnung zu zeigen. Zur Not können wir nämlich immer noch bei den beiden unterkommen, was uns etwas Sicherheit gibt. Neben dem Handy, das sie uns geliehen haben (überaus praktisch bei der Wohnungssuche) gab Ryan uns auch noch eine Doppelbett-Luftmatratze mit batteriebetriebener Aufblasvorrichtung mit, so dass wir auf alle Fälle schon mal ein Bett haben – egal wo wir letztendlich landen.

Da Ken vor einiger Zeit Geburtstag hatte, wollten die beiden ihm via Colin noch ein kleines Geschenk zukommen lassen: Ein T-Shirt mit der Aufschrift „I am a fucking genius“. Ryan wollte noch folgenden Hinweis hinzufügen: man kann die Ärmel auch abschneiden, kein Problem…

Saturday, February 11, 2006

7. Tag: Fahrradkauf, KW Group at Naropa University und Talk von Baker Roshi

Schnee
Übers Internet hatten wir den Kauf eines Damenrades für Steffi arrangiert. 35 bucks haben dafür hingelegt. Die Größe war etwas irreführend und erinnert eher an Kindergröße, aber egal. Wir werden ein wenig an der Sattelhöhe schrauben.

at Naropa
Amely und Ryan, die sich ebenfalls rührend um uns kümmern, hatten uns zu einer selbstorganisierten KW Discussion Group an der Naropa University eingeladen. Wir waren zu siebt und wiederholten zum x-ten Mal die embryonalen Stufen einer sich gerade neu formierenden Wilber-Diskussionsgruppe. Gähn. Für Steffi und mich eher ein Deja-Vu denn was Neues. Es war aber trotzdem nett und wir werden wohl auch nächste Woche wieder vorbeischauen.

Baker Roshi
Am Abend gingen wir dann zu Baker Roshi, der einen Talk im Chautauqua Community House hielt. Nicole aus Oldenburg (die ihn auch desöfteren simultan übersetzt) hatte uns den Tip gegeben. Wir hatten gerade letztes Jahr noch ein Seminar in Deutschland von ihm besucht und einen Vortrag mit ihm für den Zen-Kreis in Bremen organisiert. Deshalb hat er mich auch wiedererkannt, als ich ihm auf dem Parkplatz zufällig begegnete, als er ebenfalls auf dem Weg zu einem Vortrag war, nämlich seinem eigenen. Auch Steffi erkannte er wieder und wir begleiteten ihn ein kurzes Stück zur Halle hinunter. Der Saal war etwa halbvoll. Auch Paul und Marco, die kurz zuvor noch im Office unter Bergen von Arbeit begraben lagen hatten sich freigeschaufelt und waren vorbeigekommen.

Roshi sprach mal wieder ziemlich spontan aus dem Bauch und aus dem Gefühl für den Raum heraus. „Why Practice?“ Um sich wieder in Kontakt mit der Welt zu bringen und sich in der phänomenalen Wirklichkeit zu verankern. Wie im Kino: eine Sicht die zugleich „detached, yet very involved“ ist – man könnte es im Deutschen vielleicht eine „anteilnehmende Unerschütterlichkeit“ nennen. Dann noch die üblichen netten kleinen Anekdoten von seiner Tocher oder von exotischen Vögeln (Liar-Birds), deren Paarungsrituale so aufwendig und überzeugend sind, dass Baker Roshi sofort sagen würde „Ok, let’s mate!“ Baker ist schon echt klasse.

6. Tag: In Amerika ist alles LARGE-SIZE


Begrüßt wurden wir morgens mit einem himmlischen Inferno aus Morgenröte und Wolkenformationen. Wir nutzten den Tag mit unserem neuen Gefährt, um mal so richtig im SAFEWAY shoppen zu gehen. In Amerika ist alles LARGE-SIZE. Nicht nur die Autos und das Selbstbewusstsein sind unanständig BIG, sondern natürlich auch alles, was man so kaufen kann. Man kriegt hier ALLES. Und wenn du 5 von ALLES kaufst, dann sparst du noch mal 10 Dollar auf tausend Meilen – natürlich nur, wenn du den Coupon mitbringst, den dir der Typ im Supermarkt gegeben hat, dessen Job darin besteht, keine Langeweile aufkommen zu lassen, sondern in einer Tour den Konsum-Entertainer zu mimen. Oder mimt er nicht nur, IST er es gar? Anyway it doesn’t matter if you take five of them.

Orangensaft haben wir uns mal vorsichtshalber im 5 Liter Kanister gekauft. Wer weiß, ob nicht morgen der Krieg gegen den Terror hier im homecountry stattfindet und die Ressourcen knapp werden… Nee, aber im Ernst: alles ist hier für deutsche Verhältnisse im Format von Großfamilienportionen abgepackt. Auch die Preise hier in Boulder fallen unter die Kategorie XXL. Das Geschirr in diesem Haus hier ist im Format von Familienpizzen, trinkt man die Gläser und Tassen hier aus, dann hat man sowohl seinen Tagesbedarf an Flüssigkeit gedeckt, als auch einen Blubberbauch. Cheers! Das Wasser aus der Leitung hier in Boulder ist ziemlich chlorhaltig, d.h. man muß sich im Supermarkt Quellwasser kaufen, wenn man beim Teetrinken und Verzehr von selbstgekochtem Essen nicht unfreiwillig Assoziationen an den letzten Freibadaufenthalt heraufbeschwören will.

5. Tag: Mit Rollie im Red Hill House

Am Vormittag waren wir wieder im Office, um uns um eine Bleibe zu kümmern und um emails zu checken. Regena hat für sich für uns extra noch mal bei einem Freund erkundigt, ob da was zu machen ist. Der wird sich dann die Tage noch mal melden.

Im Büro trafen wir zum ersten Mal Rollie Stanic (ISC Projektmanager). Er war total herzlich und scheint sich dolle zu freuen, das wir da sind. Susanne hatte uns von ihm berichtet. Ein besonderes Highlight erwartete uns am Abend, als Rollie bei uns vorbeikam, um uns nach hoch oben zum Redhill House zu bringen, wo er uns den blauen Jeep von Megan (ehemals Ken’s Vehikel) als Leihgabe anvertraute. Das ist ein rustikales Teil mit allerlei Löchern im Plastikverdeck. Supi, jetzt haben wir für die nächsten Tage schon mal ein Gefährt und sich nicht immer auf den Bus angewiesen.

Nebenbei bemerkt waren wir dann auch noch in Kens altem Haus, einem Anwesen, das nicht weit von unserer derzeitigen Bleibe hoch über Boulder gelegen ist. Selbst bei Nacht ist die Sicht von dort atemberaubend. Rollie und Nomali hatten noch zu tun, doch wir konnten uns ein wenig in Kens altem Domizil umsehen. Dort hängen viele schöne buddhistische Thangkas und auch einige Originale von Alex Grey herum. Im Haus wohnen jetzt viele Staff-Mitglieder, neben Rollie und Megan auch Marco (Morelli) mit dem wir kurz plauderten. Hier wurden auch viele der Integral Naked-Clips gedreht (vor der gemauerten Kaminecke). Rollies Zimmer hat eine Tür zu einem Balkon, auf den wir in dieser kühlen und klaren Vollmondnacht traten und uns den rauen Wind um die Ohren wehen ließen. Wundervoll.



Die Rückfahrt mit dem Jeep über die steinig-steilen, verschlungenen Schotterpisten abwärts war dann noch mal ziemlich abenteuerlich, zumal es da keinerlei Leitplanken gibt. Ich hatte mich verfahren und musste mich rückwärts mit schlechter Sicht den engen Weg zurück tasten. Wären die Armaturen nicht solide amerikanische Handarbeit gewesen – Steffi hätte gewiss ein großes Loch hinterlassen, so wie sich da festgekrallt hat. ;-)

Wednesday, February 08, 2006

Dienstag, 7. Februar 2006 (4. Tag)




Heute waren wir wieder im Office des I-I.





Am Vormittag gingen wir hinüber zum Teeladen und setzten uns dort in die Sonne. Wie sich herausstellen sollte, war das das Beste was wir tun konnten. Gegen Ende des Meetings kam Ryan (23) hinüber. Wir unterhielten uns über unsere Stories und über die integrale Szene in Deutschland. Er ist aus Minnesota mit seiner Freundin nach Boulder gezogen. Beide sind durch Stuart Davis (www.stuartdavis.com), der ebenfalls von dort her kommt auf Kens Arbeit gestossen. Er erzählte uns, dass er am Naropa-Institut eine KW study group starten wollte und fragte uns, ob wir dabei mitmachen wollten. Wir sagten für kommenden Freitag zu – schließlich haben wir eine Menge Erfahrung mit so etwas. Später kam seine Freundin Amely hinzu. Wir schilderten ihnen unsere Situation und sie boten uns an, dass wir für die erste Woche, oder sogar bis Mitte März ihr brandneues Vertrags-Extra-Cellphone benutzen könnten, dass bei ihnen eh nur rumliegen würde. Klar. Warum nicht!

Danach kam Chad, der verrückte Video-Cowboy dazu. Chad hat mit seinen Filmen schon viele Awards gewonnen und hat unter anderem auch schon auf dem ILP DVD Set Regie geführt. Jeff Salzman hatte die gesamte Belegschaft zum Essen und danach ins Kino eingeladen (inklusive uns) und Chad bot sich an, uns von A nach B hin und herzufahren. Auch hier mussten wir wieder einfach nur zusagen. Alles schien von alleine auf uns zugeflogen zu kommen.

Chad holte uns dann später aus der Pearl Street Mall ab und wir machten uns auf den Weg zum Rock Bottom Restaurant (auf halben Weg zwischen Denver und Boulder) in der Nähe, des Westin Hotels, wo viele der Integral Naked Clips gedreht wurden. Dort ließ Jeff mächtig für alle auftischen, was seine „pleasure“ war, wie er mir bei meinen Dankesworten erwiderte. Amely brachte uns das Cell-phone (cooles Teil) wie versprochen mit. Wir aßen gut und reichlich, plauderten über Andrew Cohen, Adi Da und Anderes und gingen anschließend ins Kino. Der Film ("Brokeback")handelte um zwei schwule Cowboys und ihre Geschichte von den 60ern bis heute. Er hatte kein Happy-End, war aber trotzdem sehenswert.

3. Tag kurzgefasst




• Frühstück im Amantes
• Bus zur Pearl Street
• Direkt in den Yoga Shop, zwei Damen berieten uns, empfahlen R. Freeman
• Erkundung der Pearl Street, des Shambhala Centers, diverse Shops mit Yoga und Medi-Stuff
• Boulder Co-op Mittag: Bagle auf die Hand
• Suche nach Internet-Cafe mit Wireless-Zugang für Laptop (funktionierte nicht)
• Ausführliches Beratungsgespräch mit Jeanelle in einem Cellphone-Laden
• Talk von Richard Freeman im Yoga-center (right on time) über „OM“
• Odysse und Verirrung auf der Suche nach dem Broadway mit skip- Bus
• Ausgehungert Zwischenstopp in einem Imbissladen
• (leergefegte Straßen wegen Superbowl-Finale)
• Warten in der Kälte an der Bushaltestelle mit schweren Rucksäcken
• Zuviel bezahlt im Bus, sorry no change, 7 Dollar futsch, Busfahrer verspricht uns free rides, Ahnen aus Österreich, Gespräch über die geographische Lage der Alpen, Skifahren in den Rockies und Fahrradträger an der Stoßstange des Busses.

Monday, February 06, 2006

Meeting Ken in his Loft in Denver



Direkt am ersten Tag nach unserer Anreise ist es dann so weit: Colin arrangiert ein Treffen mit Ken in seiner Loft in Denver für uns. Abgeholt werden wir von Corey de Vos (ebenfalls persönlicher Assistent von Ken), vor Ort auch bekannt unter dem Pseudonym „DJ Rekluse“. Auf der Fahrt unterhalten wir uns über unsere persönlichen Odysseen bis hin zum Integralen. Er hat noch was zu arbeiten und setzt uns deshalb noch für zwei Stunden in Denver aus. Wir verbringen die Zeit in einem netten Buchladen, bis er uns dann in seiner „german car“, einem schwarzen Mercedes (ein Geschenk seiner Ex-Freundin) abholt und zu Ken’s Loft hinüberfährt.

Auf dem Parkplatz treffen wir Mark (31), der am I-I arbeitet und „integral Tango“ als spirituellen Weg entwickeln möchte, und einen weiteren Gast, dem eine „Audienz“ gewährt wird: Jason , ein Mittzwanziger und Chan-Schüler aus Sydney. Das Gebäude ist eine ehemalige Mühle, die zu einem Wohnhaus umfunktioniert worden ist. Wir steigen in den Fahrstuhl, lassen die Stockwerke des ‚first-tier’ hinter uns und fahren direkt bis ganz hoch in die oberste Etage, siebter Stock. Bing. Die Stahltüren öffnen sich. Wir werden begrüßt von einem stehenden Buddha. Was für ein Film: Wir sind in der Wohnung von Ken Wilber und jeden Moment kann er um die Ecke kommen.
Die Decke ist hoch und entblößt den nackten Beton. Darunter ein stilvolles Interieur, Milchglaswände als Raumteiler, ein gusseisernes Tor umrankt den Fahrstuhl, buddhistische Symbole in jeder Ecke, Pflanzen, indirekte Beleuchtung durch Deckenfluter und Leuchtschirme, die man beim Fotografen findet. Colin sitzt an seinem Arbeitsplatz (in der Wohn- und Essecke) mit Kopfhörern an seinem Laptop und führt uns hinüber zur roten Couchecke (die berühmt-berüchtigte (-;).
Dort sitzt Ken in seinem schicken schwarzen Anzug mit weißem Hemd und befindet sich gerade in Diskussion mit vier Gästen, die sich mit ihm über das Einbringen von Meditation in das amerikanische Bildungssystem unterhalten. Als Ken uns bemerkt steht er auf, begrüßt uns per Handschlag und erfragt unsere Namen. Gegenüber der Couch stehen vier Ledersessel die wohl gewöhnlich für Zuhörer gedacht sind. Ken bittet uns als „witnesses“ das Gespräch zu verfolgen. So sitzen wir dann alle brav in einer Reihe, während Ken – nach einem kurzen Intro für uns Neulinge in das Thema des Gespräches – den roten Faden wieder aufnimmt.

Die Frage war, wie Meditation in das Bildungssystem einfließen kann und wie man das Ganze verpackt, damit es für die entsprechenden Zielgruppen ansprechend ist. Will man die Lehrer ansprechen, die, wie Ken betont, stark mit dem Burnout-Syndrom zu kämpfen haben, so sollte man nicht unbedingt Yoga-Kurse zu Fortbildung anbieten, sondern eher über die Schiene „Stressabbau“ nicht-religiös gebundene Praktiken, wie Achtsamkeitsübungen und Meditation anbieten. Entsprechend den Werteebenen muss man es dann angemessen vermarkten: „Jesus would do vipassana“ (traditionell), „Entspannung steigert die Produktivität“ (modern), oder „Meditation hilft dir, einfühlsamer zu leben“ (postmodern). Das Gespräch geht dann noch etwa eine Stunde und ist wirklich spannend. Ich (Dennis) muß mich trotzdem mehrmals innerlich kneifen, um zu begreifen, wo ich gerade bin. Der Jetlag zusammen mit diesem „Kickstart“ tut sein übriges zu dieser surrealen Situation.

Als die Gäste gehen, zieht sich Ken kurz zurück und lässt uns miteinander allein. Wir plaudern in der geräumigen Küche und genießen den Blick von hoch oben auf die Skyline von Denver. Broadways und Highways schlängeln sich um den Betonklotz, in dem wir uns befinden. Ich mache Fotos von den Räumlichkeiten und schaue mich dort um. Alles ist geschmackvoll eingerichtet, ein Rothko-Kunstdruck ziert die Betonwand, über dem gemauerten Kamin hängen ein Snowboard ein Surfboard und ein Skateboard in Reih und Glied, auf dem Kaminsims trohnt eine goldene Buddhastatue.



Ken kommt zurück und hat es sich offensichtlich bequem gemacht, trägt nun eine Jeans und ein graues Muskelshirt, setzt sich barfuß zurück in den Lederstuhl. Colin und Corey wuseln im Hintergrund herum, schreiben am Laptop in der Küche, bzw. stellen Ken immer wieder eine frische Diet-Coke hin. Mark hat es sich inzwischen auf der Couch bequem gemacht und erzählt von seinem Versuchen „integral Tango“, Tanzen in allen drei Körpern (grob, subtil, kausal) in Verbindung mit dem Big Mind Process von Genpo Roshi zu bringen. Ken gibt Hinweise und diskutiert mit ihm über technische Details. Später kommt Colin hinzu.

Jason, der asiatisch aussehende Chan-Schüler (Chan:Vorläuferschule zu Zen in China) aus Sydney bringt ein Buch von seinem Lehrer (forgot the name…) mit, das er Ken als Geschenk überreicht. Die beiden sprechen lange über diese Linie und ihre Verbreitung, sowie die integrale Ausrichtung seines Lehrers. Alles passt. Ken will ihn als Gast beim nächsten meeting des Integral Spiritual Center dabei haben.
Es folgt ein Gespräch zwischen Colin, Mark, Jason und Ken über Nuancen von Zeugen-Gewahrsein, Nicht-Dualität und permanenten Zugang zu „One Taste“. Ken stellt klar: „permanent access“ heißt nicht, dass man 24 Stunden in diesen Bewusstseinszustand zuhause ist, sondern lediglich, dass man jederzeit wieder Zugang dazu hat, wenn man bemerkt, dass man hinausgefallen ist.

Schließlich fragt er uns wo wir herkommen, was wir machen, usw. Ich beginne und nenne meine Studienfächer (Philo/Englisch/Kunst). Wir beklagen die Tendenzen innerhalb der Philosophie, die sich in ihren eigenen Denk-Schleifen verfangen und völlig den Kontakt zur Realität und zur Lebenswirklichkeit verloren haben. Ken sagt, dass man die Bücher der Philosophen vor Kant alle noch ohne besondere philosophische Vorbildung lesen und zu großem Teil auch verstehen konnte. Mit Kant hingegen sei die Philosophie zunehmend so technisch und unverständlich für Normalsterbliche geworden, dass sie zu einer eigenen Profession mit den oben genannten negativen Auswüchsen geworden ist. Deshalb mag ich Kens Arbeit, denn sie ist eine nützliche Landkarte der Realität, ein Werkzeug, um konkrete Veränderungen in der Welt anzugehen.

Dann spricht Steffi über ihr Neurobio-Studium und ihre Studie mit Langzeitmeditierenden. Ken ist begeistert darüber, dass so etwas an der Uni möglich ist und fragt, was sie danach vorhat, ob sie weiter in der Forschung bleiben, oder ob sie in die Lehre gehen will. Außerdem fragt er, was den skeptischen Techniker beim Kernspintomographen wohl am meisten überzeugt hat, dass er jetzt sogar selber über meditative Praxis nachdenkt. Steffi muss lächeln und Mark scherzt „Ohoh, Dennis, jetzt solltest du besser rausgehen… Es muss genau dieses Lächeln gewesen sein“.

Anreise

Anreise

Die Anreise war interessant. Wir haben uns beide ziemlich gefreut, waren jeweils aber wenig bis gar nicht aufgeregt wegen der Reise. Mit Baker Roshi gesprochen fühlten wir uns „already connected“ mit den Menschen hier. Es war für uns wie Nachhausekommen, Menschen zu treffen, die die selbe Sprache sprechen. Doch zurück zur Anreise. Los ging’s morgens um 6.45 mit dem Zug nach Hamburg. Bis zum Einchecken um 9.30 und dem Abflug Richtung London um 11.30 hatten wir also großzügig Zeit eingeplant. Die sollten wir dann auch brauchen, denn, wie sich beim Wiegen unserer drei Koffer herausstellte, hatten wir „satte“ zwei Kilo Übergewicht drauf, so dass die freundliche Dame von den British Airways (sehr streng) uns kurzerhand zum Umpacken der Koffer schickte. An einem anderen Schalter der BA konnten wir glücklicherweise noch einen vierten Koffer für umsonst bekommen. Er hatte leichte Beschädigungen und wäre ohnehin entsorgt worden, funktionierte allerdings noch tadellos. Happy End. Wir verteilten auch noch große Teile unseres (ebenfalls stark übergewichtigen) Handgepäcks auf den vierten Koffer, der ohnehin noch frei war – zumal man vier Gepäckstücke á 32 Kilo (+Handgepäck) einführen durfte.

Der Flug nach London war kurz und bündig. In Heathrow waren wir dann auf dem Flughafengelände ungefähr eine halbe Stunde vom Terminal 1 zum Terminal 4 unterwegs (inklusive 10 Minuten Busfahrt!). Von dort aus ging’s dann in einer komfortableren Maschine weiter Richtung Denver. Das Essen war gut, und – wie Loriot ganz richtig gesagt hat – „der Mensch ist das einzige Wesen, das im Flug eine warme Mahlzeit zu sich nehmen kann“. Zeitvertreib auf dem ca. neunstündigen Flug war dann u.a. ein Fernsehprogramm mit 18 Kanälen, auf denen dann Filme wie „Zorro“ und „Wallace und Gromit“ liefen. Wir sind mit der Sonne geflogen, d.h. bei Abflug in London war es 12.15 Ortszeit und bei Ankunft in Denver 16.15 Ortszeit. Unser Tag hat sich quasi dadurch um ca 9 Stunden verlängert. Die Effekte dessen (neben sich stehen, Mattheit) wirken z.T. noch bis heute nach, was aber auch durch die Höhenlage von Boulder und die dünne Luft hier bedingt sein könnte. Der Anflug war ziemlich unangenehm, spiralförmig, turbulent, mit stickiger, warmer Luft in der Kabine, schreienden Kindern und sich erbrechenden Menschen um uns herum. Auch Steffi hatte die Tüte schon griffbereit.

Am Flughafen dann erst mal die Grenzkontrolle mit obligatorischem Fingerabdruck und digitalem Passfoto. Wir wurden von einem cowboyhuttragenden Volunteer nach endlosem Schlangestehen zu unserem Schalter gewinkt, wo uns ein Grenzbeamter ernste Fragen über unseren Aufenthalt stellte. Ob wir denn in Amerika arbeiten wollten. Nein, wir doch nicht. Nur Urlaub und Freunde besuchen natürlich. Wie wir uns denn dann finanziell über Wasser halten würden. Na klar: Ersparnisse und natürlich die Eltern die jederzeit für uns einspringen würden, was allerdings der Wahrheit entsprach.

Home Sweet home

Colin empfing uns freundlich am Ausgang und lud unsere Koffer in den Jeep, der vor einiger Zeit noch Ken als Gefährt gedient hatte. Wir hatten alle Hunger und wollten gemeinsam zum Essen gehen. Wir gingen ins „Sunflower“ in Boulder mit feiner „organic cuisine“ (Bio). Colin hat uns auf Kosten des I-I bewirtet und mit der wohl coolsten Kreditkarte des Planeten bezahlt. Danach brachte er uns zu Anni Mc Quade, einer Lady, der wir zum Dank verpflichtet sind, weil sie uns unbekannterweise für die ersten zwei Wochen ihr Haus mit Bad, Küche, etc. zur Verfügung stellt, während sie auf Reisen ist, um ihren boyfriend zu besuchen. Wir teilen uns das Haus mit Jason Digges, ebenfalls ein Mitarbeiter des I-I, zuständig für die Audio- und Videoaufgaben.

Wednesday, February 01, 2006

Update: Alles wird gut

Alles wird gut.

Wir werden am Flughafen abgeholt, haben schon mal eine Unterkunft für zwei Wochen sicher, sowie können ein Auto zur Wohnungssuche nutzen. Außerdem haben wir schon ein vielversprechendes Wohnungsangebot in Boulder, vermittelt über Colin. So sieht er aus:


Colin

Nett oder?

Morgen fliegen wir ab. Juchuuuu!

Monday, January 30, 2006

Dive into the mystery













"Now i dive
into this mistery
into this place
that has no history
That has no face
everything but water
will be erased
as I dive
The water is awake
The water is alive"
-- "Dive", Stuart Davis

Das beschreibt ziemlich gut, wie wir uns momentan - drei Tage vor Abflug- fühlen.

Aber zunächst noch einmal herzlich willkommen auf unserem Webtagebuch, Web-Log, bzw. "Blog". Hier werden wir euch über unsere Erlebnisse in Boulder mit Berichten und Bildern auf dem Laufenden halten.

Hier die Eckdaten unserer Reise(vorbereitung) bisher:

Wir haben eine Zusage von Colin, dem persönlichen Assistenten von Ken Wilber, dass wir ein dreimonatiges Volunteering am I-I machen können und dass wir dort auch willkommen sind.

Unsere Unterbringung ist nach wie vor unklar. Wir hoffen, dass wir vielleicht die ersten Nächte bei Colin unterkommen können und dann eine günstige Wohnung in der Nähe finden können.

Für meinen (Dennis) Geist, der die Situation am liebsten kontrollieren würde, und schon gerne VOR Abflug eine feste Adresse hätte, bedeutet das geradezu ein "heideggerisches Geworfensein" in ein existenzielles Nicht-Wissen. Herausfordernd für den mind. "And now I dive ... into this mystery..."

Deswegen verbietet sich auch jegliche Fantasiereise in bunte oder schreckensreiche Vorstellungswelten, denn es kommt ja erstens, anders, und zweitens, als man denkt. Daher: Aufregung? Momentan nicht, danke. Vorhergehendes Geistestraining beschert mir als Frucht eine Konzentration auf die noch zu erledigenden Dinge, ohne mich zu stark in innere Videoclips und schnulzige Vorstellungen zu verstricken.

Aber Aufbruchstimmung. Seit unserer wunderbaren Abschiedsfeier am Samstag, zu der viele sehr liebe Freunde (teilweise von weit her angereist) gekommen sind, ist zumindest mir innerlich langsam klar, dass nun bald ein ziemlicher Schnitt in meinem Leben stattfinden wird. Das war trotz langfristiger Planung und Organisation bisher noch nicht ganz bis zu meinem inneren Kern vorgedrungen.

Mut gibt uns ein Ausspruch von Goethe:

"Bis man wirklich Verantwortung übernimmt, gibt es Zweifel, die Möglichkeit, sich zurückzuziehen und immer Ineffizienz. Was alle Handlungen von Initiative (oder Schöpfung) angeht, so gibt es eine elementare Wahrheit, deren Nichtbeachtung zahllose Ideen und hervorragende Pläne umbringt: dass in dem Moment, in dem man sich definitiv verpflichtet, sich die Vorsehung ebenfalls bewegt. Alle möglichen Dinge, die sonst nie passiert wären, passieren, um einem zu helfen. Ein ganzer Strom von Ereignissen folgt aufgrund der Entscheidung und bringt zu eigenen Gunsten alle Arten von Vorfällen und Begegnungen und materieller Unterstützung, von denen kein Mensch geglaubt hätte, dass sie auf diesem Wege kommen würden. Was immer du meinst oder glaubst, tun zu können, beginne es. Handeln enthält Magie, Anmut und Kraft."


Demnächst mehr!