
Wer kennt sie nicht, die sympathischen Menschen in safranfarbenen Roben und mit kahlgeschorenen Köpfen (und Zöpfen), die im Pulk durch deutsche Innenstädte ziehen und ekstatisch „Hare Krishna, Hare Rama!“ singen. Mal im Ernst, haben wir uns nicht alle diesbezüglich schon mal verwundert oder verstört an den Kopf gefasst? Und außerdem: Warum zum Teufel isst Krishna ständig „Rama“ Margarine? Hatten die damals nicht vielmehr Yak-Butter, oder so was?
Szenenwechsel: Es ist der 56. Tag unserer Boulderreise. Unser Freund Ryan, der sich seit kurzem der ziemlich verwaisten local integral community von Boulder (alles andere, als das was man sich unter einem kulturellen „Epizentrum der integralen Bewegung“ vorstellen würde) angenommen hat, hatte uns alle via email-Verteiler zu einem Kirtan-Event im (Yoga) „Studio B“ eingeladen.

Kirtan, das ist „devotional chanting“, zu deutsch: „hingabevolles Singen“, eine eigenständige religiöse Praxis im Hinduismus. Man singt traditionelle Gesänge und Mantren, die sich um Krishna und andere Gottheiten wie Ganesha und dergleichen drehen. Da saß ich nun also in dem vollgepackten Yoga-Studio zwischen 50-70 Leuten bei einem „Kirtan“. Dann ging’s ab: „Hare Krishna, Hare Krishna, Krishna, Krishna, Hare, Hare, Hare Rama, Hare Rama, Hare, Hare…”
Bilder aus deutschen Innenstädten bevölkerten mein Bewusstsein. Bilder mit diesen merkwürdigen Freaks, die in einer Tour … - Hoppla, moment mal! - „Hare Krishna, Hare Krishna, Krishna, Krishna, Hare, Hare, Hare Rama, Hare Rama, Hare, Hare…” sangen. Und ich mitten drin. Ich dachte an meine Eltern und musste innerlich lachen. They would hardly ever understand why this would be no contradiction to my secular-atheist upbringing for me. It’s the course of evolution, baby.

Wenn du singst, dann gibt es für diesen Moment nichts anderes zu tun. Dann bist du im Moment, anstrengungslos. Oh du süße Selbstvergessenheit. Für einen Augenblick keine kleinlichen Sorgen, nur sich in endlose Weiten ausdehnende Gegenwart.
Kirtan rocks!
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