Mit Ryan und Emily haben wir ja bekanntermaßen eine Menge gemacht.
Deshalb hier jetzt ein paar bewegte Bilder von ihnen, wenn auch nur sehr kurz und fragmentarisch.
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Friday, October 20, 2006
Saturday, July 08, 2006
61. Tag: Krishna Das LIVE
Krisna Das - Konzert in der Unity ChurchWir hatten bereits vor einigen Wochen Tickets für das Krishna Das-Konzert in der Unity Church besorgt. Die zwei Termine am Wochenende waren dann auch völlig ausverkauft. Gück gehabt. Krishna Das mag nicht so wahnsinnig populär sein- in Boulder jedoch gelten mal wieder andere Spielregeln.
Der Tag fing eigentlich nicht so gut an. Es regnete (eine Seltenheit in Boulder) und Steffi und ich hatten uns wegen irgendwas in den Haaren und kamen obendrein noch zu spät. Da saßen wir nun, beide ein wenig eingeschnappt – also in genau der richtigen Stimmung für ein wunderbares Kirtan-Event mit ausgeglichenen und fröhlichen Menschen, alle ach so spirituell unterwegs. Mal im Ernst: mir wäre lieber nach Death-Metal und Pogo zumute gewesen.
Krishna Das scherzt mit dem Publikum
Dann ging’s los. Krishna Das fing an zu erzählen, von seinem Lehrer in Indien, wie er immer diese doofen Mantras singen sollte, wie ihn sein Lehrer dann auch noch gegen seinen Willen zum Zeremonienmeister für derartige Gesänge gemacht hat, wie er eigentlich nach Indien gegangen war, um der abendländischen Welt zu entfliehen und ihm sein Lehrer dann nahe legte, mal die Bibel und Christus anzuschauen, wie sein Lehrer im eines Tages sogar gezeigt hat, wie Christus meditiert hat: bis ihm die Tränen des Mitgefühls und der Liebe in die Augen gestiegen sind, usw.
Stuart und Marci Davis haben ein Sprichwort in ihrer Familie. Das geht so: „Never trust a state!“ – Traue keinem Zustand! Marci (sinngemäß): „Manchmal kommt mir Stu vor wie der letzte Idiot, ein anderes Mal kann ich mir keinen besseren Mann vorstellen“. Also: NEVER TRUST A STATE!
Das gleiche galt dann auch für unseren kleinen Streit vor dem Konzert. It’s just a state. Genauso wenig, wie man gleichzeitig nüchtern und betrunken sein kann, genauso wenig kann man auf einem Krishna Das Konzert sein und miteinander eingeschnappt sein. Eine Welle von Bliss schwappte von der Bühne, füllte den gesamen Zuschauerraum und ertränkte alle Reste von Zweifel und mentalem BlaBla in seliger Stille. Das Ende von Lied war, das wir am Ende von allen Liedern, am Ende des Konzertes wieder vollkommen versöhnt waren und über unsere Selbst-Kontraktionen lachen mussten. Never trust an Ego.
60. Tag: Intermezzo (Fluch der Karibik, Too Many Puppies)
"Ist das WC endlich frei?"Hier sehen wir Ryan VOR seiner Facelifting-OP – just kidding! Kurz bevor wir abends weggefahren sind hat sich Ryan diese alberne Maske aufgesetzt, um seinen Kumpel Kyle (im Bild rechts) nach dessen Badezimmerbesuch willkommen zu heißen. Stan (in der Tür) fands auch witzig.
Wilde Tiere im OfficeEbenfalls hysterisch und furchteinflößend war die Bestie, die Corey de Vos am Vormittag mit ins Office gebracht hat. Steffi musste um ihr Leben kämpfen!
Primus-Frizzle Fry(P.S. „Too Many Puppies“ ist der Titel eines Songs von Primus, den mal wieder keiner kennt…)
Sunday, May 21, 2006
56. Tag: Kirtan im „Studio B“
Hare Rama OliveWer kennt sie nicht, die sympathischen Menschen in safranfarbenen Roben und mit kahlgeschorenen Köpfen (und Zöpfen), die im Pulk durch deutsche Innenstädte ziehen und ekstatisch „Hare Krishna, Hare Rama!“ singen. Mal im Ernst, haben wir uns nicht alle diesbezüglich schon mal verwundert oder verstört an den Kopf gefasst? Und außerdem: Warum zum Teufel isst Krishna ständig „Rama“ Margarine? Hatten die damals nicht vielmehr Yak-Butter, oder so was?
Szenenwechsel: Es ist der 56. Tag unserer Boulderreise. Unser Freund Ryan, der sich seit kurzem der ziemlich verwaisten local integral community von Boulder (alles andere, als das was man sich unter einem kulturellen „Epizentrum der integralen Bewegung“ vorstellen würde) angenommen hat, hatte uns alle via email-Verteiler zu einem Kirtan-Event im (Yoga) „Studio B“ eingeladen.
Kirtan 'n Roll!Kirtan, das ist „devotional chanting“, zu deutsch: „hingabevolles Singen“, eine eigenständige religiöse Praxis im Hinduismus. Man singt traditionelle Gesänge und Mantren, die sich um Krishna und andere Gottheiten wie Ganesha und dergleichen drehen. Da saß ich nun also in dem vollgepackten Yoga-Studio zwischen 50-70 Leuten bei einem „Kirtan“. Dann ging’s ab: „Hare Krishna, Hare Krishna, Krishna, Krishna, Hare, Hare, Hare Rama, Hare Rama, Hare, Hare…”
Bilder aus deutschen Innenstädten bevölkerten mein Bewusstsein. Bilder mit diesen merkwürdigen Freaks, die in einer Tour … - Hoppla, moment mal! - „Hare Krishna, Hare Krishna, Krishna, Krishna, Hare, Hare, Hare Rama, Hare Rama, Hare, Hare…” sangen. Und ich mitten drin. Ich dachte an meine Eltern und musste innerlich lachen. They would hardly ever understand why this would be no contradiction to my secular-atheist upbringing for me. It’s the course of evolution, baby.
Sri Rama (ohne Olive) Die Gesänge wurden immer intensiver. Der Sänger sang die Strophe vor und das Publikum (ich inklusive) wiederholte. Ziemlich eingängig. Nach einiger Zeit drängte sich mir folgender Vergleich auf: Kirtan ist wie auf einem Rockkonzert zu sein. Der Sänger singt den Refrain der Hit-Single und 30.000 Menschen stimmen unisono ein. Nur die Eine Stimme singt noch. Die Trennung ist für einen Augenblick verschwunden, zumindest für den Refrain des Songs. Wir kennen das, machen wir uns nichts vor. Kirtan ist eben dieses Gefühl ausgedehnt auf zwei Stunden, oder wie lange der Event auch dauern mag. Es ist ungeheuer positiv, kraftvoll und öffnet mit erstaunlicher Präzision dein Herz. (Zumindest, wenn du dich der Erfahrung nicht verschließt oder es als lächerlich abtust.) Wenn du singst, dann gibt es für diesen Moment nichts anderes zu tun. Dann bist du im Moment, anstrengungslos. Oh du süße Selbstvergessenheit. Für einen Augenblick keine kleinlichen Sorgen, nur sich in endlose Weiten ausdehnende Gegenwart.
Kirtan rocks!
Wednesday, April 26, 2006
What's next on this blog

Hallo Freunde,
wie ihr gemerkt habt, hatten Steffi und ich in der letzten Zeit wenig Gelegenheit, um den Blog zu aktualisieren. Zuerst waren wir in Utah, anschließend sind wir direkt nach San Francisco geflogen (zum ILP Seminar) und am Tag unserer Ankunft in Boulder gab es direkt gleich wieder einen Talk in Denver zwischen Father Thomas Keating und Ken. Gestern hatten wir unsere zweite Präsentation über die integrale Szene in Deutschland im I-I Office (die sehr gut gelaufen ist und mit Begeisterung aufgenommen wurde) und heute abend schmeißen wir eine Abschiedsfeier. Am Freitag (28. April) ist unser Rückflugtermin und am Samstag sind wir dann zurück in Deutschland.
Mein Plan ist, dass ich auch noch den Rest unserer Erlebnisse blogtechnisch verarbeiten werde - allerdings wird das noch etwas dauern. Ich bitte daher um etwas Geduld.
Wir freuen uns riesig, dass wir unsere Erlebnisse mit euch teilen konnten und hoffen, dass wir den intgralen Spirit aus Boulder für euch lebendig machen konnten. Den Grad eures Interesses konnten wir täglich an dem Counter ablesen.
stay tuned!
herzliche Grüße,
Dennis
und Stefanie
Sunday, April 16, 2006
54. Tag: Hunting Sandwiches
Vorspiel: Nach Haareraufen war uns zumute, weil wir online einen Flug nach San Francisco buchen wollten, was aber über mehrere Stunden nicht so recht klappte. Innerhalb von zwei Stunden war der Flugpreis um 100 Dollar gestiegen. (!) Zum Haareraufen!
Haareraufen
„It’s Sandwich-time!“
Alles begann ganz harmlos mit einer weiteren Meditation-Night bei Em und Rob. Als gegen Ende die Hälfte der Teilnehmer gegangen war machte Rob eine Ankündigung der besonderen Art: „It’s Sandwich-time!“ Binnen Sekunden hatte er alle Anwesenden Männer derart in ihrem Jagdinstinkt gekitzelt, dass wir uns schließlich – die Frauen zuücklassend- begeistert auf unsere Mission machten: besorge einen Haufen Sandwiches an einem Freitag Abend um 1.30h nachts. Wir sprangen alle zu Ballard ins Auto und brausten durch die Nachbarorte, bis wir schließlich bei einem Laden fündig wurden. Um die Ecke gab es dann auch noch einen Donut-Laden mit eklig fettigen Schmalzkringeln mit Schokoüberzug, denn schließlich hatten wir dem holden Geschlecht ja versprochen Schokolade mitzubringen.
Um die Frauen von unserem Jadgerfolg auch zu überzeugen kurvten wir dann widerum eine ganze Zeit durch die Gegend und klapperten die Supermärkte ab, bis wir dann bei King Scoopers auf unserer Suche nach einem Jagdgerät fündig wurden. Erst suchten wir in der Jagdabteilung nach einem Sportschützen-Pfeil, mit dem wir unsere Beute durchbohrt präsentieren konnten. Anschließend hatten wir in der Gartenabteilung eine Axt in der Hand, in der Spielzeugabteilung hätte uns beinahe das Plastikschwert überzeugt. Doch dann kam Ryan mit diesem exquisiten, in China gefertigten Set von Stahlmessern (inklusive Plastikschneidebrett) für schlappe 5 Dollar an. Gekauft! Das war uns der Spaß wert.
Sandwichjagd
Zuhause angekommen „erlegten“ wir unsere Beute ein zweites Mal und durchbohrten den Karton mit unseren Messern. Anschließend verspeisten wir die Beute roh und wild direkt von unseren Messern. Rob war derart im Blutrausch, dass er gar nicht merkte, dass er sich beim Essen auch noch selber das Kinn aufgeschnitten hatte. (siehe Bild). Das störte ihn jedoch nicht im Geringsten. Was für ein Abend – ich hatte schon lange nicht mehr solch einen Spaß!
Eindrücke vom Rest des Abends
Haareraufen„It’s Sandwich-time!“
Alles begann ganz harmlos mit einer weiteren Meditation-Night bei Em und Rob. Als gegen Ende die Hälfte der Teilnehmer gegangen war machte Rob eine Ankündigung der besonderen Art: „It’s Sandwich-time!“ Binnen Sekunden hatte er alle Anwesenden Männer derart in ihrem Jagdinstinkt gekitzelt, dass wir uns schließlich – die Frauen zuücklassend- begeistert auf unsere Mission machten: besorge einen Haufen Sandwiches an einem Freitag Abend um 1.30h nachts. Wir sprangen alle zu Ballard ins Auto und brausten durch die Nachbarorte, bis wir schließlich bei einem Laden fündig wurden. Um die Ecke gab es dann auch noch einen Donut-Laden mit eklig fettigen Schmalzkringeln mit Schokoüberzug, denn schließlich hatten wir dem holden Geschlecht ja versprochen Schokolade mitzubringen.
Um die Frauen von unserem Jadgerfolg auch zu überzeugen kurvten wir dann widerum eine ganze Zeit durch die Gegend und klapperten die Supermärkte ab, bis wir dann bei King Scoopers auf unserer Suche nach einem Jagdgerät fündig wurden. Erst suchten wir in der Jagdabteilung nach einem Sportschützen-Pfeil, mit dem wir unsere Beute durchbohrt präsentieren konnten. Anschließend hatten wir in der Gartenabteilung eine Axt in der Hand, in der Spielzeugabteilung hätte uns beinahe das Plastikschwert überzeugt. Doch dann kam Ryan mit diesem exquisiten, in China gefertigten Set von Stahlmessern (inklusive Plastikschneidebrett) für schlappe 5 Dollar an. Gekauft! Das war uns der Spaß wert.
SandwichjagdZuhause angekommen „erlegten“ wir unsere Beute ein zweites Mal und durchbohrten den Karton mit unseren Messern. Anschließend verspeisten wir die Beute roh und wild direkt von unseren Messern. Rob war derart im Blutrausch, dass er gar nicht merkte, dass er sich beim Essen auch noch selber das Kinn aufgeschnitten hatte. (siehe Bild). Das störte ihn jedoch nicht im Geringsten. Was für ein Abend – ich hatte schon lange nicht mehr solch einen Spaß!
Eindrücke vom Rest des Abends
Monday, April 10, 2006
53. Tag: dampfende Gullideckel in Denver
Downtown DenverHeute sind wir mit dem Bus nach Denver gefahren, um uns mal ein wenig in der Innenstadt umzusehen. Denver ist eine moderne Stadt mit kühlem Chic, der sich in den Beton- und Glasfassaden der zahlreichen Wolkenkratzer wiederspiegelt – ’ne Stadt halt. Steffi und ich waren froh mal aus der liberalen Boulder-Enklave zu entkommen um „richtige“ Amerikaner zu sehen: dick und schwabbelig. Diese Freude ebbte aber schnell wieder ab und wir sehnten uns am Ende des Tages in unsere schöne heile Welt in Boulder zurück.
In der Zwischenzeit jedoch spazierten wir durch die Häuserschluchten und machten so einige Entdeckungen. Zunächst fanden wir heraus, dass die dampfenden Gullideckel, wie man sie in vielen Spielfilmen sieht, keineswegs bloß ein atmosphärisches Ingredienz a la HOLLYWOOD sind, sondern dampfende Realität. Man fühlt sich geneigt, direkt auf offener Straße ein wahres Dampfbad zu nehmen!
Faszinierend, wenn einem seine Vorurteile dermaßen ad absurdum geführt werden.
Zudem ein weiterer Fall: Weihnachten wird in Denver in manchen Hotels das ganze Jahr über gefeiert und nicht nur einen lausigen Monat, wie in Deutschland (siehe oben die Beleuchtung der Gebäude bei Nacht). Man lernt nie aus.
"Nirvana is now being served in-room"Last but not least: Ich dachte immer, dass “Nirvana” einen Zustand bezeichnet, der die Aufhebung allen Leidens darstellt. In Denver habe ich gelernt, dass mit „Nirvana“ warme Steine gemeint sind, die einem auf den Rücken gelegt werden, wenn man sie auf sein Hotelzimmer bestellt. Ob man dann richtig „stoned“ davon wird?
Saturday, April 08, 2006
51. Tag: die Zukunft: folgt Holakratie auf Demokratie?
Brian präsentiert sein Konzept im I-I OfficeVor einigen Tagen durften wir hier an einer Mitarbeiterbesprechung im I-I teilnehmen, zu der Brian Robertson, der Gründer einer Softwarefirma eingeladen war. Brian Robertson hat einen neuen Weg gefunden, um Entscheidungsprozesse und Organisationsstrukturen derart umzugestalten, dass sie dynamischer, flexibler, integraler und letzlich auch 'transpersonaler' funktionieren können. Auf diese Weise hat er sein Unternehmen extrem erfolgreich gemacht. Nun hat er sein Wissen und seine Erfahrungen mit dem I-I geteilt. Ken ist begeistert von diesem Ansatz und auch die Mitarbeiter am I-I brennen darauf, das Ganze in die Tat umzusetzen.
Das Ganze nennt sich "Soziokratie" und nachdem Ken und Brian sich unterhalten haben "Holakratie", bzw. "holacracy". Das Kernverfahren ist ein Prozeß der Entscheidung via "consent" (Einwilligung/ Einverständnis) im Gegensatz zu "consensus" (Konsens) und die Kernstruktur holarchisch angeordnete Gremien, die systematisch die Perspektiven aller Beteiligten berücksichtigen.
Das Verfahren geht so: der Facilitator des Prozesses bringt einen Vorschlag über ein Vorgehen in einer bestimmten Sache zur Abstimmung. Jeder darf Vorschläge machen. Jeder Teilnehmer ist der Reihe nach dazu aufgefordert zu dem Vorschlag Stellung zu nehmen und alle rationalen Einwände vorzubringen, die der Sache nach dagegen sprechen könnten, weil sie "außerhalb der Grenzen der Toleranz des ganzen Systems liegen" - wie auch immer diese Grenzen im konkreten Fall aussehen mögen. Dadurch werden die verschieden objektiven (3.Person-) Sichtweisen auf die Sache ausgetauscht, so dass sich jeder ein besseres Bild von der Situation machen kann.
Persönliche Vorlieben und Abneigungen werden nicht als Begründung akzeptiert. Sie werden jedoch ernst genommen und vom Facilitator hinterfragt, weil sie oftmals Information über objektive Grenzen des Systems verbergen. Auch vage Ahnungen und Bauchgefühle werden mit Respekt behandelt und mit ihrer verborgenen Logik an die Oberfläche gebracht. Wenn keine Gründe dagegen sprechen einen Vorschlag anzunehmen, dann wird mit dieser Entscheidung weitergearbeitet, bis das System an seine Grenzen stößt. Dann wird ein neuer Vorschlag gemacht und zur Abstimmung gebracht. Entscheidungen können jederzeit neu verhandelt werden, wenn sich neue Daten und Fakten im Prozeß zeigen.
Dies ist der Unterschied zum System des Konsens, bei dem alle im Grunde zustimmen müssen (anstelle von "kein sachlich-plausibles Gegenargument wissen"), bevor eine Entscheidung gefällt werden kann: Es geht nicht darum, ob ich persönlich - quasi mein Ego- wählerisch bin und eine andere Vorliebe habe. Dieses Verfahren entzieht dem Ego das Wort und fragt nach objektiven Gründen (dritte Person Perspektive), die im Interesse aller liegen. Wer einen Konsensprozeß aus persönlichen Gründen blockieren will, der kann das tun, indem er einfach nicht zustimmt. Das geht im Verfahren der 'Einwilligung' (consent) nicht, denn es werden immer Gründe verlangt - andernfalls wird das unter "keine Einwände gegen den Vorschlag" verbucht. Hierdurch wird der Entscheidungsprozeß drastisch beschleunigt.
Soviel (bzw. wenig) zum Verfahren innerhalb einer Holakratie. Die Struktur sieht in etwa folgendermaßen aus:
Innerhalb eines Unternehmens (oder welcher Gruppe auch immer) gibt es verschiedene Kreise von Zuständigkeiten, die sich (zumindest in dieser Struktur) natürlich aus den Aufgaben ergeben, die sich ein Unternehmen stellt. Diese Arbeitsgruppen mit ihren verschiedenen Zuständigkeiten haben jeweils zwei Vertreter, die ihre Perspektive innerhalb eines holarchisch übergeordneten Kreises vertreten: zum einen ist das der Verantwortliche des Projektteams, zum anderen ein Vertreter aus dem Reihen der Mitarbeiter, der als geeignet erscheint, um die Perspektive der Arbeitsruppe in einem höheren Gremium zu vertreten. Dieser "double-link", bzw. dieses 'doppeltes Bindeglied' verknüpft die Anliegen und Perspektiven mit der nächsthöheren Ebene, in diesem Fall vielleicht das Gremium mit den Leitern und Vertretern aller Projektgruppen. Diese Gruppe hat einen Verantwortlichen, sowie einen weiteren Repräsentanten, die dann beide im Top-Circle vertreten sind. Auf diese Weise kann ein einfacher Arbeiter aus dem hierarchisch untergeordneten Kreis einen Vorschlag einbringen, der durch alle Kreise nach oben hin diskutiert werden kann (sofern keine objektiven Gründe gegen seine Umsetzung sprechen). Das ist laut Robertson auch schon in einer belgischen Firma geschehen, die dieses System übernommen hat.
wie Fahrradfahren Ein Bild das Robertson verwendet, um die Unterschiede zu konventioneller Unternehmensführung zu illustrieren ist das Bild vom Fahrradfahren. Konventionelle Unternehmen stecken sich ein Ziel in der Zukunft, versuchen den Weg dahin möglichst korrekt vorher zu sagen und arbeiten dann darauf hin mit der Befürchtung, dass es doch anders kommt als erwartet und geplant. Sie fixieren das Ziel am Horizont, versuchen den Lenker möglichst genau auszurichten und treten dann mächtig in die Pedale. Holakratie hingegen versucht zwar das Ziel im Kopf zu behalten, doch vetraut sich der Intelligenz des Prozesses an. Statt den Lenker zu arretieren fährt man mit etwas Schwanken und Schaukeln und korrigiert die Stellung des Lenkers, wann immer nötig. Man ist immer in Kontakt mit den Grenzen des Systems und Feedback wird ständig berücksichtigt und verarbeitet. Dadurch entsteht ein dynamisches Gleichgewicht ohne Anspannung und Angst, denn Fehler und Spannungen innerhalb des Systems sind lediglich Feedback und Lernerfahrung, die zur Optimierung weiterverarbeitet wird. Bei der Entscheidungsfindung wird nicht nach der "besten" Lösung Ausschau gehalten (wer weiß schon, was das ist, denn jeder Einzelne hat seine eigene Vorstellung davon), sondern lediglich nach einer Lösung, gegen die im Moment kein sachlich berechtigter Einwand vorliegt. Auf dieser Grundlage wird dann weiter gearbeitet. Es gibt keinen Grund an vergangenen Entscheidungen festzuhalten - man kann jederzeit auf den Input der Umwelt reagieren und neue Vorschläge machen. Das macht das Ganze durchlässiger für Eros - den kreativen Impuls der Evolution, der sich als kollektive Intelligenz ausdrücken kann.
Für alle was dabei Robertson spricht von der transpersonalen Qualität der Entscheidungsprozesse, die die Beteiligten zeitweilig einen höheren Zustand jenseits des Ego erfahren lassen. Ich denke, dass das z.T. durch den Zwang die dritte-Person-Perspektive einzunehmen katalysiert wird. Die Genialität dieser Struktur, die Robertson in seiner Firma durch schmerzliche Versuch-und-Irrtum- Prozesse herausgearbeitet hat liegt unter anderem auch darin, dass sie die Werteebenen traditionell, modern und postmodern (blau, orange, grün) anspricht, die alle etwas Positives daran finden. Traditionelle Gemüter schätzen die klare Struktur und die Regeln, Modernisten die Vielfalt der Optionen und die Effektivität des Prozesses, die Postmodernisten schließlich mögen, dass jeder gehört wird und an den Entscheidungen beteiligt ist. Und second-tier (integral) sitzt da und lächelt. Genial daran ist, dass ein evolutionärer Sog geschaffen wird, der alle Individuen systematisch auf der Entwicklungsleiter nach oben zieht.
WIE Als damals die Zeitschrift „What is Enlightenment“ in einer Ausgabe über das Titelthema „kollektive Intelligenz“ berichtet hat, fand ich das Ganze zwar spannend, doch irgendetwas hat mir damals gefehlt. Auch bei dem Gedanken an integrale Politik habe ich bisher nie das fehlende Puzzlestückchen identifizieren können: die systemisch-strukturelle Dimension von second-tier. Wie sieht eine integrale Gemeinschaftsstruktur denn konkret aus? Robertsons Ansatz erscheint mir als eine gute erste Antwort und auch als gangbare und effektive Alternative auf das zunehmend defiziente System der Demokatie.Wie Wilber in seiner in Zukunft erscheinenden Terrorismus-Trilogie schreibt, könnte eine postmoderne (grüne) Weltföderation die Bevölkerung dieses Planeten um die Hälfte dezimieren. In Wilbers Fiktion führt diese Föderation nämlich ab einem gewissen Punkt die „E-Demokratie“ ein, bei der alle Menschen elektronisch via Internet aufgefordert sind zu wählen. Schnell gewinnt dadurch der ethnozentrische Anteil der Bevölkerung (derzeit ca.70% der Weltpopulation) die Oberhand und führt repressive Strukturen ein, die einander bekriegen. Eine düstere Aussicht.
Allein deswegen scheint es mir sinnvoll Holakratie auszuprobieren – um eine Alternative in der Hinterhand zu haben…
Wer mehr wissen will, der kann sich hier ein Interview mit Brian Robertson herunterladen (auf Englisch).
http://www.ternarysoftware.com/pages/downloads/BrianRobertsonInterview2006-02-08.pdf
Ebenfalls aufschlußreich und voller Material (auch Audios) zum Download ist http://enlightenedbusiness.blogspot.com/
www.holacracy.org - offizielle Homepage über Holacracy
Wednesday, April 05, 2006
49. Tag: hanging out with Ken again
@Ken'sAm morgen fand ich eine email von Colin, mit der Frage ob wir zusammen mit Cia und Christian aus Wien zu Ken kommen wollen. Und ob wir wollten! Am frühen Nachmittag saßen wir also mal wieder bei Ken auf der Couch.
Cia kennen wir noch von den ersten Treffen von iMove. Sie studiert Medizin, steht am Ende ihrer Ausbildung und war mal kurz mit Colin zusammen. Christian Mandl ist ein Professor für Virologie aus Wien, der schon länger Ken Wilber-Fan ist und durch Cia den Kontakt zu Colin und schließlich auch Ken vermittelt bekommen hat. Er war auf der Durchreise zu einer Fachtagung in der Nähe von Denver und hat dann gleich die Chance beim Schopf gegriffen um einen Abstecher zu Ken zu machen.
Christian hat von seiner Arbeit als Virologe berichtet. Ken und er unterhielten sich daraufhin über den groben Reduktionismus, der in den Naturwissenschaften immer noch sehr stark ist und durch ein beschränktes Weltbild indirekt auch seelisch verkrüppelte Forscher hervorbringt, die Christian regelmäßig auf seinen Fachtagungen trifft. In dieser Flachland-Welt ohne Innerlichkeit, Intention oder Tiefe gibt es nur das ziellose Hasten von Atomen und Leben ist nur eine Variation von „frisky dirt“- eben überaus ‚verspielter Schmutz’. Wenn man mit einer solchen Auffassung der Welt herumläuft, dann färbt das natürlich unweigerlich irgendwann auch auf die interpersonalen und innerpsychischen Dimensionen ab.
Ken ermutigte Christian ein Buch zu schreiben, das Naturwissenschaftlern einen erweiterten Horizont vermitteln kann, in welchem ein Prozess der Evolution und der Komplexifizierung der Materie mit einer einhergehenden Vertiefung und eines Wachstums des Bewusstseins (OL und OR) zumindest mal vorkommen kann. Das Ganze soll dann ohne Transzendenz oder die höchsten Stufen der menschlichen Entwicklung auskommen, um die potentiellen Leser nicht gleich zu verschrecken.
Ferner kam die alte Frage nach dem Status eines Virus auf: ist ein Virus ein lebendiges Wesen? Ist er nur eine Anhäufung von Molekülen? Christian erläuterte, dass Viren an sich außerhalb einer Wirtszelle nicht als lebendig bezeichnet werden können
Cia fragte Ken zum Thema Existenzialismus, weil sie seit kurzem eine schwierige Zeit hinter sich hat, in der ihr die Lektüre der Existenzialisten Halt gegeben hat. Ken bestätigte, dass sich viele dieser Philosophen und Literaten bereits als reife Zentauren auf der integralen Stufe des Bewusstseins befunden haben.
Ich fragte Ken, was zur Zeit für ihn das Projekt ist, an dem er gerade arbeitet. Er holte etwas aus und gab uns einen zusammenfassenden Überblick über die kommenden drei Bände seiner ‚Terrorismus-Trilogie’ (1.400 Seiten!) – ein Werk, dass (insbesondere auch genährt durch die Verarbeitung aktueller Schlagzeilen) einfach nicht enden wollte. Jedes dieser Bücher kann angeblich für sich gelesen werden, wobei das dritte theorieschwangerer als die anderen beiden sein soll. Wer es bis dahin geschafft hat, den schreckt dann wohl das bisschen Theorie auch nicht mehr ab…
Larry Wachowski Dann kam das Gespräch auf den aktuellen Film des Regisseurs Larry Wachowski („Matrix“) mit dem Titel “Vendetta“, den Cia kurz zuvor gesehen hatte. Ken wurde von seinem Freund Larry nach New York zur Premieregala des Films eingeladen.
Matrix Wie auch die Matrix ist Vendetta ziemlich mehrdeutig und teilweise auch widersprüchlich. Das spiegelt nur die Genialität Wachowskis, dessen Story derart hyperkomplex ist, dass seinen Angaben zufolge von den Millionen von Zuschauern niemand außer Ken die von ihm intendierte Bedeutung der Matrix dechiffrieren konnte.
Vendetta Deshalb hat Ken ihm auch das Versprechen abgenommen, den Film exklusiv für den Art-Branch der Integral University Szene für Szene zu kommentieren. „Vendetta“ leidet Wilber zufolge an dieser Komplexität die einfach zuviel für den durchschnittlichen Kinobesucher ist, wodurch die Handlung zwangsweise verflacht interpretiert wird. Ken hatte das Drehbuch gelesen und Larry dieses feedback gegeben, aber Larry ist eben ein Künstler, der tun muß, was ein Künstler tun muß… Am Ende machten wir noch eine kleine Foto-Session. Ken hat sich richtig Zeit für uns genommen. Als wir die Loft Richtung Boulder verließen, war es schon fünf Uhr nachmittags – vier Stunden später.
Ich mit Ken
Steffi, Dennis, Ken, Cia, ChristianChristian lud uns alle großzügigerweise zu dem selben Italiener ein, zu dem uns schon John einige Tage zuvor eingeladen hatte. Wir ließen dann den Abend mit Rollie im Red Hill House ausklingen, führten Gespräche über unsere christlichen Wurzeln und genossen das Knistern des Kaminfeuers.
Wednesday, March 29, 2006
47. Tag: Trail-Hiking in Lyons (mit Lions)
Hiking in LyonsHeute wurde es uns zu bunt und wir sind einfach mal mit dem Wagen ein paar Orte weiter gefahren und haben uns einen Trail in Lyons angeschaut. Auch in Lyons gibt es alberne amerikanische Schlitten, in diesem Fall einen Hippie-Community-Bus.
GRRRR!Auf dem Trail wurde vor wilden Berglöwen gewarnt (siehe Bild oben), aber wir sind ja seit unserer Game-Night bei Emily gewappnet. Dort haben wir nämlich in einem Brettspiel mit dem Namen „Survivors“ gelernt, dass man einen wilden Löwen austricksen kann, indem man einfach eine Gesichtsmaske auf dem Hinterkopf trägt. Der Löwe wird instinktiv stets versuchen, dich von hinten anzugreifen. Dank Gesichtsmaske hast du nun kein „hinten“ mehr und das Viech zieht irgendwann entnervt ab. Ich frage mich bloß, wo man in Gottes Namen in der Pampa eine Gesichtsmaske auftreiben soll. Das ist so ähnlich wie in diesem Witz – ebenfalls mit einem Löwen:
In der Wüste bin ich einem Löwen begegnet. – Und, was hast du dann gemacht? - Ich bin gleich in die nächste Telefonzelle und hab die Tür zugemacht. – Aber in der Wüste gibt es doch gar keine Telefonzellen! – In dem Moment war mir das alles völlig egal! (OK- im Witze-Erzählen hab ich absolut gar kein Talent, aber mit dem Aufschreiben wird es auch nicht gerade besser…)Kurzum hat sich trotz fehlender Gesichtsmaske kein Berglöwe in unsere Nähe gewagt und somit konnten wir uns zu einem kleinen Picknick niederlassen und das atemberaubende Bergpanorama genießen.
45. Tag: Beim Italiener mit John

Am Mittwoch Abend haben wir uns mit John, seiner Frau Pamela und Amanda, einer Freundin von beiden, beim Italiener getroffen. John hat einen klasse Humor und hat ohne Ende Witze gerissen. Wir haben viel gelacht. Wir besuchen sie dann im April in Utah. Wie es jetzt aussieht, werden uns Emily und Ryan und Ballard dabei begleiten. Da wird dann wohl endlich kein Schnee mehr rumliegen, wie am Morgen.
Monday, March 27, 2006
40.- 42. Tag: Vortrag und Sesshin mit Claude An Shin Thomas @ Naropa
Vortrag am FreitagUnter dem Motto „Mut zur Veränderung. Zen und Friedensaktivismus“ fand am Freitag Abend an der buddhistischen Naropa-Universität ein Vortrag mit dem Zen-Meister Claude An Shin Thomas statt. Claude An Shin Thomas ist ein ehemaliger Zen-Veteran, der etliche Menschen auf dem Gewissen hat. Als er aus dem Krieg zurückkam war er ein psychisches Wrack, gewalttätig und drogenabhängig. Ein Therapeut gab ihm den Tip, doch mal zu diesem buddhistischen Retreat für Veteranen zu fahren. Da er sich geschworen hatte alles zu versuchen um wieder klar zu kommen, rang er sich dazu durch sich dort hin auf den Weg zu machen.
Begleitet wird er von „Ken Shin“ Wiebke, die aus Deutschland stammt. Sie ist quasi seine Assistentin und organisiert die Sesshins, die Vorträge und kümmert sich um die Stiftung. Auch sie führt ein Leben ohne feste Bleibe. Gemeinsam bitten sie regelmäßig um Unterkunft und Nahrung – ein ziemlich existenzieller Lebensstil, der einem vor Augen führt, was wirklich wichtig ist.
Eindrücke vom SesshinClaude An Shin Thomas ist ein beeindruckender Lehrer: äußerst entschlossen, klar, direkt und scharfsinnig. Er führt einem die eigene Verantwortung radikal vor Augen und zieht einem alle falschen Konzepte unter den Füßen weg. Zudem ist er ziemlich humorvoll und schlicht. Er stößt einen auf die Tatsache, dass Frieden im eigenen Geist anfängt und dass so viele gutgemeinte, idealistische Bestrebungen und Aktionen, die im Namen von des Friedens vollführt werden, im Grunde nur den Krieg unterstützen – den Unfrieden, dessen Wurzeln in unseren eigenen geistigen Tendenzen des Haben-wollens, des Ablehnens und der Ignoranz liegen.
O-Ton: „George Bush ist nicht das Problem.“ Die Frage ist, welches Verhältnis wir zur Gewalt einnehmen, die uns begegnet. Schlagen wir gleich zurück, oder gelingt es uns durchzuatmen und unsere konditionierten Reaktionen mit mitfühlenden Interesse zu betrachten?
„Sag mir nicht wogegen du bist, sondern wofür du bist.“ Haß und Ablehnung sind leicht zu artikulieren, doch ein alternatives Modell aufzustellen erfordert Intelligenz. Es ist egal, was die anderen tun. Die Frage ist, wie du darauf antwortest - anstatt bloß zu reagieren.
Wir haben Sitzmeditation, Essmeditation, Arbeitsmeditation und Zuhör-Meditation praktiziert. Zum Essen hat jeder Teilnehmer einen Topf mit vegetarischen Speisen mitgebracht, die dann miteinander geteilt wurden. Die Achtsamkeitsübung beim Essen bestand darin, jeden Bissen 50 mal durchzukauen. Könnt ihr ja mal zu Hause probieren – die Gier ist stärker, wetten?
Noch ein Kuriosum: neben dem Altar war ein leeres Sitzkissen aufgebaut. Darauf angesprochen, welche Bewandtnis das denn habe, sagte An Shin: „ Das ist für den Lehrer“.
Wer Claude An Shin Thomas live erleben will, der kann im Juli (vom 27.07. bis zum 30.07.2006) zum Retreat mit ihm kommen, das wir im Zen-Kreis Bremen organisieren werden.
38. Tag: Unser neues Auto

Wow – nettes Fahrgestell!
Was für ein Gerät (, das sich da gerade auf der Motorhaube räkelt…)!
;-)
Das ist nun endlich unser neuer Wagen: ein Dodge „Neon“ mit einem sexy Riss in der Windschutzscheibe und der hier üblichen Automatik-Gangschaltung.
Den haben wir zusammen mit unserer Wohnung hier gemietet.
Geht gut ab das Teil…
Thursday, March 23, 2006
37. Tag: with John @ Pekoe’s
mit John bei PekoeZwei Tage nach dem I-WISE Seminar tauchte auf einmal ein Teilnehmer im Office auf. Er hatte von einem anderen Teilnehmer erfahren, dass das I-I Office gleich um die Ecke ist und da wollte er sich spontan die smarten jungen Leute mal anschauen.
So ziemlich die einzigen, die er wieder erkannte waren Steffi und ich. Weil ohnehin gerade Mitarbeiterbesprechung war, gingen wir rüber zu Pekoes und luden ihn auf einen Tee ein.
Es stellte sich heraus, das John (Dupuy) vor zwanzig Jahren mal eine Zeit in Deutschland gelebt hat. Wir kamen nett ins Gespräch. John macht Wilderness-Therapy in Utah, d.h. er arbeitet mit Suchtpatienten und Jugendlichen und verbringt Zeit mit ihnen in der Wildnis. http://www.stillmountainwilderness.com/
Zudem experimentierte er mit Holosync, einer Methode, um dem Gehirn veränderte Hirnwellenmuster zu induzieren. Dabei werden über simple Stereokopfhörer verschiedene Töne präsentiert, wobei die eine Seite immer leicht zeitverzögert präsentiert wird. Das Gehirn versucht dann die Unterschiede „rauszurechnen“ und kommt dadurch in vertiefte Hirnwellenmuster. Zudem synchronisieren sich die Gehirnhälften, wie es aus Zuständen großen Entspannung und erhöhter Kreativität bekannt ist.
Er hat uns eine CD davon mitgegeben und Steffi und ich testen das jetzt mal aus – bis uns die Birne durchbrennt…
Ach ja, John macht außerdem noch Musik. Hier eine Kostprobe:
John Dupuy - Go Down The River
I-WISE: Sonntag
Am Sonntag ging es um die acht ökologischen Selbste, „the Eight Eco-Selves“:
Eco-Sage, unity ethos, Becomes Nature
Eco-Integralist, inclusive ethos, Perceives Nature
Eco-Holist, holistic ethos, Unites Nature
Eco-Radical, equality ethos, Saves Nature
Eco-Strategist, rational ethos, Uses Nature
Eco-Manager, stewardship ethos, Manages Nature
Eco-Warrior, heroic ethos, Conquers Nature
Eco-Guardian, romantic ethos, Respects Nature
Jedes dieser Öko-Selbste sieht die Natur aus seiner Perspektive mit seinen bestimmten Werten und muß in einem integralen Ansatz mit berücksichtigt werden.
Sehr schön fand ich auch das Integral Ecology Mantra:
Integrales Öko-Mantra
Eindrücke vom Sonntag:

Bild 1: Ollie an der Kamera; Sean Hargens; Steffi mit Mikro; Teilnehmer im Gespräch; Mittags beim Inder; Arbeitsgruppenphase; Clint am PC; Jason; Teilnehmer aller Altersklassen; Barret macht einen Zaubertrick, um die Aufmerksamkeit des Publikums wach zu halten; Steffi, Barrett, Dennis
Abends haben wir uns dann noch mit einigen Teilnehmern beim Äthiopier zum Essen getroffen.
beim Äthiopier
Eco-Sage, unity ethos, Becomes Nature
Eco-Integralist, inclusive ethos, Perceives Nature
Eco-Holist, holistic ethos, Unites Nature
Eco-Radical, equality ethos, Saves Nature
Eco-Strategist, rational ethos, Uses Nature
Eco-Manager, stewardship ethos, Manages Nature
Eco-Warrior, heroic ethos, Conquers Nature
Eco-Guardian, romantic ethos, Respects Nature
Jedes dieser Öko-Selbste sieht die Natur aus seiner Perspektive mit seinen bestimmten Werten und muß in einem integralen Ansatz mit berücksichtigt werden.
Sehr schön fand ich auch das Integral Ecology Mantra:
Integrales Öko-MantraEindrücke vom Sonntag:

Bild 1: Ollie an der Kamera; Sean Hargens; Steffi mit Mikro; Teilnehmer im Gespräch; Mittags beim Inder; Arbeitsgruppenphase; Clint am PC; Jason; Teilnehmer aller Altersklassen; Barret macht einen Zaubertrick, um die Aufmerksamkeit des Publikums wach zu halten; Steffi, Barrett, Dennis
Abends haben wir uns dann noch mit einigen Teilnehmern beim Äthiopier zum Essen getroffen.
beim Äthiopier
I-WISE: Samstag
I-WISE Samstag 1Am zweiten Tag des Seminars ging es am Morgen los mit einer „Big Mind – Gaia Heart“-Medi, geführt von Sean Hargens.
Danach ging es zunächst um verschiedene Ansätze der Ökologie, die Sean sich alle angeschaut hat, um sie in einer integralen Ökologie zu berücksichtigen. Er fand über hundert (!) verschiedene theoretische Zugänge zu diesem Thema, die freilich nicht alle miteinander übereinstimmen. Diese über
hundert Ansätze hat er noch mal in 25 Klassen zusammengefasst:•
Scientific, Evolutionary, Religious, Historical, Somatic, Cultural, Philosophical, Aesthetic, Acoustic, Medical, Economic… um nur einige Klassen zu nennen.
Dann ging es noch um die sogenannten “Four Terrains” ein Begriff den Sean benutzt, weil er im Gegensatz zu den ‚Vier Quadraten’ “a more earthy feel to it“ hat. Diese sind: Terrain of – Experiences, Behaviors, Systems, Cultures. Im Grunde nix Neues. Die hat er dann am Beispiel eines Teichs durchdekliniert.
Hier weitere Auszüge aus Seans brillanten Powerpoint Folien:
Eins mit der Natur?Was heißt eigentlich Einssein mit der Natur? Heißt es mit überkreuzten Beinen mitten in einem Fluß zu sitzen und zu meditieren? Das Web of Life verstehen? Naturgeister sehen? Nur Gemüse essen (und ein wenig Schokolade)? Hmmm. Gute Frage. Kommt darauf an.

Mit Hilfe eines Kalküls kommt die mystische Mathematikerin zu folgender Differenzierung:
@%# Mystical Math #%@
5 Levels x 4 States
=
20 distinct “One with Nature” experiences
So the next time someone says:
“I was one with Gaia!”
Be sure to ask them:
“Was that with Gross, Subtle, Causal, or Nondual Gaia?”
And:
“What structure did you interpret that from?”
RUN!And if they respond like this…
RUN!
Soviel zur Theorie für’s erste. Unsere Aufgabe bestand am Samstag vor allem darin, die beiden tragbaren Mikros zu ihren Einsatzorten zu bewegen. Zudem gab es viel Arbeit in Kleingruppen, wie auf den Bildern zu sehen ist.
Zum Abschluss des Tages überraschte uns Barrett noch mit einer kleinen Flötenspiel- Einlage.
I-WISE Samstag 2
Tuesday, March 21, 2006
DVD-Cover veröffentlicht
DVD: Stuart Davis - Between the Musichier die Vorlage, die ich dafür gemalt habe:
Cover-VorlageAus dem neuesten Stuart Davis Newsletter:
New DVD, New CD, New Book
--> So much to tell... Jack Ass Meets Mysticism...
The new two-volume Stuart Davis DVD *Between The Music* will be available at shows as of March 25th. You can pick up the first copies at the release shows in Chicago and Ames. Both volumes will be availablefor purchase on www.stuartdavis.com as of April 1st (also the launch date of the new Stu web site). The combo features over three hours of Stu on the tour all over the U.S. and Europe. Think "Jack Ass" witha a mystical twist. Lots of nudity, lots of vulgar fulgor as Stu takes us from Hollywood to Holland exploring politics, spirituality, marriage, humor, and of course, Rock 'N Roll. While there is plenty of music on these DVDs, the lion's share of footage is more like a reality tv show. Does Stu make love to Flavor Flav on screen? Is he the reason Nick and Jessica split up? Does he convert Anna Nicole to Zen? Find out for yourself, make plans to buy the new two-volume DVD, Between The Music. It totally rocks.
Some People Like Music...
As if that weren't enough, the new Stuart Davis studio album *Good Weird* will be released this spring as well. Looks like mid-April as of this writing. An absolutely stunning album, so innovative and brave, major labels were too scared to sign it. They said "Can you take off that song 'Rape Game'?" and we said 'No, we can't'. They said, "Does that song have to be called Murder-Suicide?" We said "Yes, it does." And
so friends, this album is coming out just as God intended -unaltered, potent as hell, full of the contradiction and tension that has made Stuart one of the most critically acclaimed songwriters in America today. He's never pulled punches before, and this is no time to start.
We didn't even know he could read...
The new DVD, the new album, and now a new BOOK? It's true. Stuart is finishing up his first tome Sex, God, Rock 'N Roll for Shambhala Books, the single greatest publisher in the World. Half the books Stuart has read were published by Shambhala, and now Ken Wilber (Stu's editor on this book!) and Shambhala are ushering Stuart into an entirely new medium. Stu has loved writing a book so much, he's already making plans for another.
Of course, he blogs all the time. Read the blog. And he's back on tour, playing new songs, wearing new clothes, with a new attitude that says I love you, let's get inter-subjective with our We-mojo. Seriously. He wants to hug you. Get some friends, hit some shows.
Monday, March 20, 2006
33.- 35. Tag: I-WISE (integral weekend intensive on sustainability and ecology)
I-WISE: Freitag
Dank Annie, die sich dafür eingesetzt hat, dass wir mitmachen konnten, waren wir nun als Volunteers bei unserem ersten richtigen Seminar dabei. Es ging dabei um die Anwendung des integralen Ansatzes auf das Feld der Ökologie und der Nachhaltigkeit. Die Hauptverantwortlichen waren Barrett Brown (Integral Sustainability) und Sean Esbjörn-Hargens (Integral Ecology) – Leute, auf die Ken angeblich große Stücke hält. Nach diesem Wochenende kann ich auch verstehen warum.
Doch bevor es losging mit einem öffentlichen Einführungsvortrag in den Sälen des Colorado University Memorial Centers , mussten wir ran, um aufzubauen. Wir fuhren mit Clint zum Lager, um das nötige Equipment in einen Truck zu laden. Als wir ihm mit unserem Wagen nachfolgten wurde ich dummerweise auch noch beim Überqueren einer roten Ampel geblitzt. Bitte recht freundlich! Wo gehobelt wird fallen bekanntermaßen Späne. Mal sehen, welche Konsequenzen das nach sich zieht (besucht mich dann bei Gelegenheit mal in Guantanamo Bay, okay? ).
Bild 1: Aufbau, Colorado University (CU)
Bild 1: Clint im LKW; beim Ausladen; CU Campus, Steffi auf dem Campus, Campus mit Bergpanorama (den sog.„Flatirons“) im Hintergrund
Der Vortrag war öffentlich und kostenlos und wurde vom Environmental Center der CU unterstützt. Das Ganze war eine kleine tour de force für ‚Nicht-Ken-ner’ von AQAL. Barrett ratterte rigoros aber charmant Quadranten und Level herunter und gab danach Beispiele für die Anwendung von AQAL aus verschiedenen Gebieten, z.B. im United Nations Development Progamme gegen die AIDS-Katastrophe oder auf Hawaii zur Bekämpfung der Überfischung von Aquariumfischen.
Bild 2 : öffentlicher Vortrag Freitag Abend
Bild 2 : Veranstaltungsflyer; Steffi beim Vorbereiten der Namensschildchen; mein PC mit der Powerpoint-Präsentation, die mir Barrett zum timen der Folienübergänge anvertraut hat; Clint und noch jemand beim Aufhängen des I-I Logos; Kelly und Corey am Mischpult; Barrett und Sean auf der Bühne; Barrett; Sean
Zudem hat Barret in seinem Teil des Einführungsvortrags noch spannende Ergebnisse aus seinen eigenen empirischen Studien vorgestellt: er hat sich ungefähr ein halbes Dutzend populärer und renommierter Bücher zu Ökologie und Nachhaltigkeit vorgenommen und sie daraufhin untersucht, aus welcher Perspektive, bzw. aus welchem Quadranten die Autoren die ökologischen Probleme untersuchen und ihre Lösungsansätze hervorbringen. Hierzu nahm er sich die Paragraphen und Sätze einzeln vor und notierte schlichtweg aus welchen Quadranten heraus gesprochen wurde. Die Resultate bildete er prozentual in einer Grafik ab.
Bild 3: Barrett mit Statistiken
Siehe da: das Ergebnis war wenig überraschend. Die Autoren befassten sich meistens oder fast ausschließlich mit der systemischen, interobjektiven Dimension - dem unteren, rechten Quadranten in Wilbers Modell. Barrett würdigte die gute Arbeit der Autoren in dieser ihrer bevorzugten Perspektive, doch es wurde schmerzlich augenfällig, dass dies eine höchst beschränkte Sicht auf das komplexe Thema Ökologie darstellt. Kaum Erwähnung der individuellen oder kollektiven Innerlichkeiten, der Entwicklungsstufen der beteiligten Menschen, die solch wichtige Faktoren in der Umweltproblematik darstellen. Dies erscheint einfach nicht auf dem Radarschirm der Theoretiker, weshalb ihre Ansätze fragmentarisch bleiben müssen.
Dank Annie, die sich dafür eingesetzt hat, dass wir mitmachen konnten, waren wir nun als Volunteers bei unserem ersten richtigen Seminar dabei. Es ging dabei um die Anwendung des integralen Ansatzes auf das Feld der Ökologie und der Nachhaltigkeit. Die Hauptverantwortlichen waren Barrett Brown (Integral Sustainability) und Sean Esbjörn-Hargens (Integral Ecology) – Leute, auf die Ken angeblich große Stücke hält. Nach diesem Wochenende kann ich auch verstehen warum.
Doch bevor es losging mit einem öffentlichen Einführungsvortrag in den Sälen des Colorado University Memorial Centers , mussten wir ran, um aufzubauen. Wir fuhren mit Clint zum Lager, um das nötige Equipment in einen Truck zu laden. Als wir ihm mit unserem Wagen nachfolgten wurde ich dummerweise auch noch beim Überqueren einer roten Ampel geblitzt. Bitte recht freundlich! Wo gehobelt wird fallen bekanntermaßen Späne. Mal sehen, welche Konsequenzen das nach sich zieht (besucht mich dann bei Gelegenheit mal in Guantanamo Bay, okay? ).
Bild 1: Aufbau, Colorado University (CU)Bild 1: Clint im LKW; beim Ausladen; CU Campus, Steffi auf dem Campus, Campus mit Bergpanorama (den sog.„Flatirons“) im Hintergrund
Der Vortrag war öffentlich und kostenlos und wurde vom Environmental Center der CU unterstützt. Das Ganze war eine kleine tour de force für ‚Nicht-Ken-ner’ von AQAL. Barrett ratterte rigoros aber charmant Quadranten und Level herunter und gab danach Beispiele für die Anwendung von AQAL aus verschiedenen Gebieten, z.B. im United Nations Development Progamme gegen die AIDS-Katastrophe oder auf Hawaii zur Bekämpfung der Überfischung von Aquariumfischen.
Bild 2 : öffentlicher Vortrag Freitag AbendBild 2 : Veranstaltungsflyer; Steffi beim Vorbereiten der Namensschildchen; mein PC mit der Powerpoint-Präsentation, die mir Barrett zum timen der Folienübergänge anvertraut hat; Clint und noch jemand beim Aufhängen des I-I Logos; Kelly und Corey am Mischpult; Barrett und Sean auf der Bühne; Barrett; Sean
Zudem hat Barret in seinem Teil des Einführungsvortrags noch spannende Ergebnisse aus seinen eigenen empirischen Studien vorgestellt: er hat sich ungefähr ein halbes Dutzend populärer und renommierter Bücher zu Ökologie und Nachhaltigkeit vorgenommen und sie daraufhin untersucht, aus welcher Perspektive, bzw. aus welchem Quadranten die Autoren die ökologischen Probleme untersuchen und ihre Lösungsansätze hervorbringen. Hierzu nahm er sich die Paragraphen und Sätze einzeln vor und notierte schlichtweg aus welchen Quadranten heraus gesprochen wurde. Die Resultate bildete er prozentual in einer Grafik ab.
Bild 3: Barrett mit StatistikenSiehe da: das Ergebnis war wenig überraschend. Die Autoren befassten sich meistens oder fast ausschließlich mit der systemischen, interobjektiven Dimension - dem unteren, rechten Quadranten in Wilbers Modell. Barrett würdigte die gute Arbeit der Autoren in dieser ihrer bevorzugten Perspektive, doch es wurde schmerzlich augenfällig, dass dies eine höchst beschränkte Sicht auf das komplexe Thema Ökologie darstellt. Kaum Erwähnung der individuellen oder kollektiven Innerlichkeiten, der Entwicklungsstufen der beteiligten Menschen, die solch wichtige Faktoren in der Umweltproblematik darstellen. Dies erscheint einfach nicht auf dem Radarschirm der Theoretiker, weshalb ihre Ansätze fragmentarisch bleiben müssen.
Thursday, March 16, 2006
30. Tag: Catholicism Reloaded
Eucharistie mal andersAm Dienstag Abend hat uns Rollie zu einer katholischen Messe in die Campus-Gemeinde eingeladen. Zuvor trafen sich einige von uns im Cafe, um uns über unsere persönliche Vergangenheit und unsere Assoziationen mit dem Christentum klar zu werden und auszutauschen. Viele waren christlich aufgewachsen, doch die wenigsten sind beim Christentum geblieben, wie etwa Rollie. Einige haben sich abgewendet und sind dann einem östlichen Weg mit Meditation gefolgt, nur um am Ende zu entdecken, dass alle Wege zum gleichen Ziel führen. Diese Schlüssel-Einsicht, die mit der integralen Struktur des Bewusstseins im Menschen immer deutlicher wird, hilft letztlich, um innerlich seinen Frieden mit den spirituellen Wegen aus allen großen Traditionen zu schließen. Es gab hier also in unserer Runde individuell verschiedene Entwicklungssequenzen (1-2-3 für A, B und C) :
Diagramm: Catholicism ReloadedA) 1- Christlich aufgewachsen 2 – Dem Christentum entsagt und die Wissenschaft (als neue Form von Religion und Weltbild) angenommen 3- mit dem Integralen in Berührung gekommen und beides integriert; (z.B. Ryan)
B) 1- atheistisch aufgewachsen 2- Wissenschaft mit religiösem Eifer umarmt 3- östliche Weisheitslehren erkundet (Buddhismus, etc.) und im Integralen eine genuine Wertschätzung für das Christentum gewonnen. (z.B. Dennis)
C) 1- katholische Erziehung genossen 2- dem Christentum treu geblieben, aber sich den rationalen Wahrheiten der Wissenschaft geöffnet (liberales Christentum) 3- im Integralen zu einer tiefen Integration von Wissenschaft und mystisch (trans-rational) verstandenem Christentum gefunden (z.B. Rollie)
D) Linie D repräsentiert den durchschnittlichen Schwerpunkt der Entwicklung in Deutschland, der – sehr grob gesagt – bei „2- rational / modern“ liegt. Ob dies nun ein rationaler Christ, ein rationaler Physiker, oder ein rationaler Atheist ist, kann sich im Einzellfall unterscheiden. Die allgemeine Tiefen-Struktur der Entwicklung (2) ist die selbe, während die Oberflächen-Struktur im oben genannten Sinne erheblich variieren kann.
Die meisten Leute, die ich in Deutschland persönlich kenne, kommen allerdings eher aus der atheistischen Ecke (oder sie verbergen ihre Religiosität in schamhafter Manier aus Angst vor dem allgemeinen Gelächter). Insbesondere im Gefolge des zweiten Weltkrieges haben die Menschen ein Problem damit, sich einer (religiösen) Autorität anzuvertrauen – zurecht. Allerdings erschwert dieses kulturelle Klima die Entwicklung einer liberalen Religiosität (2), geschweige denn einer integralen Version (3) davon. Auch „Papa Ratzi“ rangiert mit seinen Äußerungen eher unterhalb der zweiten Stufe/Struktur in diesem Diagramm.
Hostie TO-GO?Wir gingen also nach dem Beisammensein in eine katholische Kirche, wo Rollie eine Art Messdiener (oder so) ist, um zusammen im Kerzenschein die Erfahrung christlicher Religiosität (neu) auf uns wirken zu lassen. Rollie hatte uns zuvor über das Ritual der Eucharistie erzählt, bei der man den Leib und das Blut Christi, symbolisiert durch die Hostie und den Wein, zu sich nimmt. Dieses Ritual ist aus der biblischen Begebenheit des letzten Abendmahls abgeleitet, wo Jesus seine Jünger auf sein baldiges Ableben vorbereitet
„Was für ein Quatsch!“ höre ich die Stimme des rationalen Atheisten (2) in mir rufen. Der Leib und das Blut Christi – sind wir hier im Kindergarten? Mit Magie und Zaubern und so? Und wenn du den Teller nicht brav aufisst, dann scheint morgen die Sonne nicht?
Hmmm. Fast. Gemeint ist hier nicht eine prä-rationale Interpretation der Eucharistie (Magie, Mythos a la 1), auch nicht eine rationale Interpretation („Brot und Wein stehen symbolisch für Leib und Blut Jesu“ a la 2) sondern eine trans-rationale, non-duale Interpretation dieses Ereignisses: Indem man dieses Ritual vollführt kann man zeitweilig für einen Moment der non-dualen Einheit des eigenen Bewusstseins mit dem ‚Christus-bewußtsein’ inne werden. Diese Zustandserfahrung eines höheren Bewusstseins hält gewöhnlich nicht an, sondern muß trainiert werden. DAS ist es was die östlichen Meditationstechniken bewirken sollen: ein Geistestraining, dass einen länger in der Erfahrung der Einheit verweilen lässt. Das war jetzt eine integrale Interpretation der Eucharistie (3).
Rollie sagt, dass er diese Zustände der Einheit zuerst in der Messe erfahren hat und nach und nach auch im Alltag aufblitzen sieht. Rollie ist allerdings ein progressiver Katholik, der nach eigenen Angaben auch viel Gewinn aus dem Buddhismus, etc. gezogen hat. Solche Menschen findet man leider nur zu selten – „Rollie-sattva“! Seine Praxis ist kontemplatives Gebet – eine der ‚Meditation mit Form’ nicht unähnliche Technik.
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